Generalüberholtes digitales Leben – iLife ’08 im Test (II/II)

Die überarbeitete Apple-Softwaresuite für Privatanwender im neuerdings.com-Test. Heute: iDVD, iWeb, GarageBand und das Fazit.

Zum Teil 1: iPhoto und iMovie

iMovie ist cool und lässt sogar das Hochladen von Filmen direkt ins web und auf Youtube zu. Doch was tun, wenn das Filmchen an Verwandte geht, die noch nicht mit diesen Technologien umgehen können?

iDVD

Man stelle sich die Situation vor: Die Eltern wohnen weit weg, jedoch möchten sie doch am eigenen Leben teilhaben. Da bietet iDVD die passende Lösung. Im Nu sind solche bewegten und bewegenden Lebensbeweise für die Allerliebsten erstellt.

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Das Auswahlmenü lässt sich dank Drop Zones schnell gestalten.

Schnell sind Drop Zones erstellt und Medien aus der rechts angegliederten Bibliothek hinzugefügt. Alle Menüpunkte lassen sich via Klick umbenennen, die Schrift, deren Grösse und Position verändern. Untermenüs bleiben dank der angebotenen Baumstruktur übersichtlich. Tote Links sind so von Anfang an ausgeschlossen.

Auch Diashows, die nach belieben auf die Scheibe gebrannt werden können, sind einfach herzurichten. Dabei kann man sich leider nicht von bereits bestehenden Diashows in iPhoto bedienen, sondern muss sich die gewünschten Bilder neu zusammensuchen. Im Gegenzug bietet Das Programm mehr Flexibilität in Sachen Übergänge als iPhoto alleine.

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Es lohnt sich, genügend Zeit fürs DVD-Rendern einzuplanen.

Nun muss man sich aber in Geduld üben. Die neuen animierten Auswahlmenüs sind zwar sexy zum Anschauen, sie brauchen aber auch wieder relativ viele Pferdestärken unter der Computerhaube, damit sie binnen nützlicher Frist berechnet werden, bevor sie auf DVD gebannt werden können.

iWeb

Über Sinn und Unsinn von iWeb lässt sich streiten. Auch in der neuen Version lässt sich dieses Tool nur im Zusammenhang mit .mac nutzen. Wer aber einen solchen Account führt, sich nicht mit der Einrichtung von Webservern, verschiedenen Content-Management-Systemen auseinandersetzen will und die Themes auf den öffentlich zugänglichen Blog-Diensten zu langweilig findet, für den ist iWeb das perfekte Werkzeug, um seine Gedanken im Web zu publizieren.

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Gestalterische Freiheit im Rahmen der Apple-Richtlinien

Das Angebot an möglichen Designs hat sich seit der letzten iWeb-Version nochmals verbreitert. Jedoch ist an dieser Stelle hinzuzufügen, dass keine manuelle Änderungen am Stylesheet vorgenommen werden können. Das Apple-Design-Team gibt hier – wie auch in Keynote – vor, was gut auszusehen hat. Da man aber mit diesem Programm eh auf eine gewisse Benutzergruppe zielt, die nicht so technologieaffin ist, sehe ich kein Problem darin.

Mit einem Klick auf das +-Symbol können so einzelne Seitentemplates ausgewählt und mit Bildern, Texten & Filmen, alle integriert in der bekannten Mediathek, befüllt werden.

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Das Programm bietet Übersicht über alle Inhalte auf der Website

Übersichtlich hat man so die Kontrolle über bereits veröffentlichte Texte, aktuelle Blogposts und weiteren, eher statischen Seiten. Dass kein CMS hinter iWeb steht, wurde schon bei der Veröffentlichung vor 2 Jahren zur genüge durchgekaut.

Neu ist das einfache Einbetten von Widgets mittels HTML-Code. Auch dabei sind Google-Produkte wie AdSense, Google Maps & Google Gadgets. Auch das Gestalten einer Gallerie geht via Mausklick und einfacher als mit jedem anderen verfügbaren Tool.

Wie schon anfangs erwähnt, zielt dieser Teil der iLife-Suite auf den Anfänger, der sich nicht mit den technischen Hintergründen befassen will – schliesslich gehts bei den meisten Apple-Produkten nicht um das wie, sondern einfach darum, dass alles funktioniert. Powerusern ist vom Gebrauch von iWeb abzuraten, da sie sich viel zu leicht in Schranken gewiesen fühlen können.

GarageBand

Auch bei GarageBand kristallisiert sich klar heraus, für wen dieses Programm geschrieben wurde. Es ist auf den ersten Blick für Hobbymusiker gedacht, die gerne ihre Songs als Track fixiert haben wollen. Auch Menschen, die einen Podcast produzieren, sind mit den gebotenen Leistungen von GarageBand gut bedient. Sobald sich aber nur ein halbprofessionelles Bedürfnis anmedlet, kommt das Programm ans Limit seiner Fähigkeiten.

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Magic GarageBand – ein Spielplatz für Hobbymusiker

Die grosse, spielerische Neuheit in Apples Musikprogramm GarageBand ist sicherlich “Magic GarageBand”. Damit ist es dem angehenden Bandmitglied möglich, für bereits eingespielte Tracks verschiedene Instrumentenspuren zu verwenden. So ist ein einfacher Liveact bereits möglich – die gegebenen Einschränkungen beachtend, natürlich. Leider konnte der Tester bis heute nicht nachvollziehen, wie sich eigene Tracks ausser den gegebenen neun Beispielen Blues, Rock, Jazz, Country, Reggae, Funk, Latin, Roots Rock & Slow Blues kreieren lassen können.

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Aufgeräumteres Interface für mehr Übersichtlichkeit

Das Vollprogramm hat ein paar “ernstere” Verbesserungen zu bieten. Das gesamte Interface wirkt aufgeräumter, die Funktionen sind zwar eher verschachtelt, aber leicht auffindbar. Auch für Live-Aufnahmen bietet sich die neue Multi-Take-Aufnahme an. Unsauber gespielte Passagen können so nahtlos wiederholt werden, bis ein zufrieden stellendes Ergebnis parat ist.

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Automationen abseits der Lautstärke sind jetzt endlich verfügbar.

Wer früher ein wenig an die Grenzen GarageBands stossen wollte, der musste nur versuchen, einen Effekt über eine gewisse Zeitspanne zu verändern. Da das Programm in der 06-er-Version keine Automationen bot, musste für jede Veränderung ein neues Instrument geschaffen werden. Diese Zeiten sind vorbei – zumindest wenn Änderungen an oben stehenden Parametern ausgeübt werden müssen. Ein guter Start, aber die vielen Instrumente, vor allem die Synthesizer, bieten viel mehr Möglichkeiten zum verstellen an, welche auch automatisiert werden wollen.

Alles in allem ein gutes Paket, um unkompliziert erste Schritte in der Musikwelt zu wagen. Wer aber ein wenig gehobenere Ansprüche hegt, der stösst mit GarageBand ziemlich bald an die Grenzen des möglichen.

Fazit

Die wichtigsten Produkte des Pakets, iPhoto und iMovie, wurden ohne Zweifel einer Frischzellenkur unterzogen. Die Verbesserungen sind, ausser in ein paar raren Ausnahmen, nicht bahnbrechend, sie vereinfachen und verbessern das Arbeiten mit dem heimischen Mac aber ungemein, und man möchte sie nach kurzer Zeit schon nicht mehr missen.

Die Interoperabilität der verschiedenen Programme klappt wie eh und je, die Integration der neu eingeführten Events funktioniert tadellos. Weiterhin macht es Spass, diese Programme zu verwenden, da sie für das Medienmanagement unterstützend wirken statt das Gegenteil, wie viele Konkurrenzprodukte.

Es sei aber angemerkt, dass sich die Programme langsam zu richtigen Performancefressern entwickeln. Bei langjährigen Mac-Usern wird dann die Schwelle zum Genervt-Sein eher früher als später erreicht, weil manche Funktionen doch sehr rechenintensiv sind.

Ausserdem sei erneut erwähnt, dass sich die iLife-Suite in der Home-Sphäre bewegt. Die Programme sind für die persönliche Medienverwaltung gedacht und erheben keinen Anspruch daran, in professioneller Umgebung eingesetzt zu werden.

Schliesslich muss man als User abwägen, ob es sich für die gebotenen Verbesserungen, die vor allem nur in zwei Programmen stattgefunden haben, wirklich lohnt, mindestens 79 Euro hinzublättern. Vor allem Benutzer älterer Maschinen sollen sich eine Anschaffung von iLife ’08 genau durch den Kopf gehen lassen. Besitzer neuer Intel-Macs ist ein Kauf zu empfehlen, wenn für sie die gebotene Leistungssteigerung stimmt.

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5 Kommentare

  1. Julian Schrader
    schrieb am 16. August 2007 um 12:01 Uhr (#)

    iWeb lässt sich nicht nur mit einem .Mac-Account nutzen ? das ist lediglich komfortabler.

    Man kann iWeb-Projekte genauso “in Ordner” veröffentlichen und dann ganz normal via FTP auf einen beliebigen Server laden.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Nunzio Mannino
    schrieb am 16. August 2007 um 12:21 Uhr (#)

    @Julian – Sorry, mein Fehler, hatte nach der Funktionalität gesucht, aber nichts derartiges gefunden.

  3. Will
    schrieb am 20. August 2007 um 18:55 Uhr (#)

    Die meisten Hobbymusiker finden die “Grenze” wahrscheinlich nicht in Garageband, sondern bei sich selber. Wer nicht gerade eine Ausbildung als Soundengineer hinter sich hat oder keine Lust zum stundenlangen durchstöbern von Foren und Bedienungsanleitungen wird damit auf jeden Fall glücklicher als mit Logic Pro oder Express. Und wenn’s dann doch mal soweit ist, können die Daten problemlos übernommen werden.

  4. A. Kuhn
    schrieb am 21. August 2007 um 09:45 Uhr (#)

    “Die meisten Hobbymusiker finden die ?Grenze? wahrscheinlich nicht in Garageband, sondern bei sich selber.”

    Bei iLife 2006 finde ich bei GarageBand meine Grenze bei 30 Minuten. Länger kann ich damit nämlich nicht aufnehmen.

  5. Schreibt hier auf dem Blog Nunzio Mannino
    schrieb am 21. August 2007 um 09:59 Uhr (#)

    @Will: Ich bin kein Besitzer eines SAE-Zertifikates oder ähnlichem, welcher mich als Sound-Engineer auszeichnen würde, trotzdem studier ich lieber stundenlang Bedienungsanleitungen, oder tüftle einfach mit Programmen herum (OK, Führern von Musikschulen in meinem Umkreis sei Dank, habe ich Zugriff zu professionellerer Software), anstatt mich mit den eher beschränkteren Leistungsumfang von GarageBand zu begnügen.

    @A.Kuhn: Ach, genau, das liebe Podcaster-Problem. Das konnte ich leider nicht austesten, wie lange die unterbruchslose Aufnahmedauer beträgt.

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