Generalüberholtes digitales Leben - iLife ‘08 im Test (I/II)
Apple hat die Privat-Anwender-Suite iLife gründlich überarbeitet. Und neuerdings.com hat das Softwarepaket auf Herz & Nieren überprüft. Heute: Installation, iPhoto und iMovie.

Nach zweieinhalb Jahren Bedenkzeit bringt Apple die Suite zum Management des privaten digitalen Contents. Diese Zeit war ausreichend, um die wichtigsten Elemente des Pakets einer Generalüberholung zu unterziehen. Im Vordergrund stehen die Änderungen an iPhoto und iMovie.
Lohnt sich die Investition 79 Euros für die Einzellizenz, bzw. 99 Euro für die Familienlizenz für den Endbenutzer?
iPhoto
Die zweifellos meistgebrauchte Applikation des Pakets ist iPhoto. Seit einigen Jahren fotografiert die Mehrheit der Privatpersonen nur noch digital. Die Fotoarchive wachsen und wachsen, und irgendwie verliert man so langsam aber sicher den Überblick.
Hier hakt das erste grosse Feature iPhotos ein, das sogenannte “skimming”, auf Deutsch “blättern”. Beim Import der alten Fotodatenbank, sofern eine ältere Version von iLife vorliegt, werden die ursprünglichen Filmrollen in Events unterteilt. Diese vereinfachen die Übersicht über die gesamte Fotodatenbank. In Sachen Bedienung hat Apple hier nicht gekleckert: wenn man mit dem Cursor von links nach rechts (oder auch umgekehrt) über die Übersichts-Icons fährt, offenbart sich dahinter der gesamte Inhalt des Events. So findet man sich schnell zurecht, wenn man in etwa weiss, wo sich das gesuchte Bild befindet.
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Die Fotos sind jetzt in Ereignissen unterteilt.
Nach dem bei einem Tester-Fotoarchiv von über 10′000 Bildern und Auslagerung auf eine externe USB-Festplatte relativ langwierigen Import von ca. einer Stunde präsentiert sich dem Benutzer obiges Bild. Die Events müssen selbstverständlich manuell benamst werden, jedoch entpuppt sich diese Aufgabe als unkompliziert. Ähnlich wie beim Internet-Fotodienst Flickr reicht ein Klick auf das Datum des Ereignisses, um das Event zu taufen. Die Einteilungen sind aber nicht in Stein gemeisselt. Sie können getrennt oder auch zusammengelegt werden, wobei das Zusammenlegen logischer erscheint, da man sich fürs Teilen eine Hierarchiestufe nach unten verschieben muss.
Weiterhin ist die klassische Einzelübersicht mit einem Klick auf “Fotos” benutzbar. Auch andere bekannte Funktionen wie das Anlegen von Alben (auch selbst-aktualisierende Smart Folders sind möglich) oder Diashows gehen wie gewohnt von der Hand.
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Mehr Möglichkeiten zum Korrigieren der Bilder.
Apple hat uns mit der neuen iPhoto-Version mit mehr Optionen zur Bildbearbeitung beglückt. Neu lassen sich zu schattig aufgenommene Bilder im Nachhinein aufhellen. Auch ein Setzen des Weisspunktes zur Farbkorrektur ist jetzt möglich. Zur besonderen Vereinfachung der Optimierung mehrerer mit falschen Einstellungen aufgenommener Bilder lassen sich die ausgeführten Veränderungen kopieren und auf ein anderes Bild anwenden. Das vereinfacht den Arbeitsablauf enorm.
Im allgemeinen verrichtet iPhoto auch auf einem älteren Powermac G5 dual 1.8 GHz seine Aufgaben angenehm schnell. Vor allem das Öffnen der Bilder geht nun auf neuen Maschinen quasi in Echtzeit. Auch sonst kann - abgesehen von der anfänglichen Erstellung des neuen Archivs - von einer flüssigen Performance berichtet werden. Man muss nie auf gewählte Programmpunkte warten, bis sie endlich auftauchen würden. Das sich drehende farbige Rad ermahnt uns nie zur Geduld.
Die Integration mit dem .mac-Angebot und dem iPhone scheint gemäss anderen Erlebnisberichten auch reibungslos zu verlaufen. Leider bin ich weder im Besitz eines .mac-Kontos noch eines iPhones, um dies auch zu verifizieren.
iMovie
Nach Standbildern folgen die Filme. Apple bietet da eine integrale Lösung zur Erstellung von Home-Movies. Die bittere Pille vorneweg: der erste Versuch zur Installation von iMovie ‘08 auf meinem Powerbook G4 scheiterte kläglich. Zu schwachbrüstig gibt sich die im Notebook verbaute CPU. Damit erklärt Apple also das kleine 2-jährige Kraftbuch selber zum alten Eisen. Dieser erste Wermutstropfen gleich bei der Installation: iMovie spielt im allgemeinen darauf an, wohin sich die Zukunft Apples bewegt - mächtige Programme, die jedoch auch mächtige Leistung vorschreiben, die nur aktuelle Maschinen bieten. So kurbelt die Windows-Welt seit Jahren den Hardwaremarkt an.
Dass der Powermac gerademal die Mindestanforderungen erfüllt, zeigt der Import der in der Mediathek gespeicherten Filme auf schmerzvolle Weise. Das Einlesen der Film-Miniaturen habe ich nicht mitverfolgt - zu qualvoll war das langsame Voranschreiten des Statusbalkens.

Der langwierige Import weniger Videodateien.
Umso überraschter war ich, dass die MPEG1-Filme, die mit meiner Fotokamera aufgenommen wurden (und mit denen ich bisher immer meine kleinen Projekte gestaltet hatte), nicht importiert wurden. Auch beim Versuch, nachträglich Videodateien der Mediathek hinzuzufügen, verweigert iMovie den Dienst. Glücklicherweise findet sich immer ein Ausweg, und man ist im Besitz von AVI-Filmen, die iMovie ohne zu mucksen schluckt. Allgemein scheint Apple auch hier den Takt vorzugeben, was Dateiformate betrifft. Neu unterstützt das Filmschnittprogramm für Endbenutzer MPEG2-Videos sowie Filme im DV-, HDV-, MPEG-4- und AVCHD-Format.
Der langwierige Importprozess hat aber auch seine klaren Vorteile: Die Videos sind wie im iPhoto auch als Events geordnet und können so leicht aufgefunden werden. Skimming wird bei iMovie ebenfalls gross geschrieben. Die unmittelbare Vorschau aufgenommener Videos funktioniert nach dem Import inklusive momentaner Tonwiedergabe reibungslos. Auch beim Einsetzen von Effekten und Übergängen muss jetzt nicht mehr die teils nervenraubende Render-Zeit einberechnet werden. Das Arbeiten gestaltet sich flüssiger, ein Projekt kann schneller fertiggestellt werden.
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Effekte und Übergänge sind sofort verfügbar.
Des einen Freud, des anderen Leid: Wo man vorher über eine akkurate Timeline verfügen konnte, sind jetzt nur noch “Szenen” als Zeitraster-Übersicht verfügbar. Wer sich an die Timelines gewöhnt hat und sie schätzte, muss in den sauren Apfel beissen. Beim Setzen von Effekten in der Zeitachse muss umgedacht werden, da das Material nicht mehr fix auf dieser Achse aufgehängt, sondern sich auch funktionell frei schwebend im Gesamtprojekt befindet. Die Instant-Vorschau trägt im grossen Stil zu diesem Umdenken bei, da das Vor-Rendern des Films wegfällt. Mit diesem Paradigmenwechsel muss man zuerst einmal klarkommen. Mag sein, dass man sich an das Szenenhandling gewöhnt und es zu schätzen lernt; eine relativ wichtige Funktionalität ging jedoch verloren - das Arbeiten mit 2 separaten Tonspuren ist leider nicht mehr möglich. Eventuell wird sich dies in Zukunft wieder ändern, wenn der Aufschrei der Community laut genug sein sollte.
Wenn wir schon bei Communities sind: die Verträge zwischen Google und Apple scheinen voll in Kraft getreten zu sein, denn unter dem “Bereitstellen”-Menüpunkt findet sich nun auch eine YouTube-Auswahlfunktion. Das Veröffentlichen in YouTube erweist sich denn auch als spielend leicht. Zunächst muss man mittels im iMovie integrierter Anmelderoutine den Zugriff über iMovie erlauben, danach kann man bequem die Videodetails eingeben, der Film wird gerendert und automatisch auf den eigenen Account geladen. Sobald der Prozess beendet ist, wird man freundlich auf den Erfolg hingewiesen.
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Das Video steht bereit, unter Umständen nach stundenlangem Warten.
Beim Videoexport scheinen auch Apples neueste Geräte berücksichtigt zu werden. Als Abspielplattform sind das iPhone sowie auch Apple TV auswählbar.
Trotz omnipräsenter Live-Vorschau sei doch darauf hingewiesen, dass das abschliessende Rendern des Projektes doch eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt.
Im zweiten Teil werden wir den Rest der Suite - iDVD, iWeb & GarageBand - unter die Lupe nehmen.
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2 Kommentare zu diesem Artikel
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(19. August 2007 18:00) - MacMacken » iPhoto mit Halluzinationen
(1. September 2007 15:18)
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Kai Müller
Danke für den ausführlichen Artikel. iLife könnte eine Anschaffung wert sein.
bastosnightmare
Nunzio;
ich kann hier deine Meinung überhaupt nicht teilen.
Es gibt zu viele unzufriedene User die keine Lust haben, wieder auf ilife 06 downzugraden. Warum?
Weil iMovie beim AVI Import den Dienst verweigert und
das ist mehr als ÄRGERLICH. Es sollten mal alle sich bei Apple melden und Dampf ablassen.