Kostbare Stille:
Effiziente Lärmkiller
Im Test von Neuerdings haben zwei Noise-Canceling Kopfhörer hervorragend abgeschlossen - der teure Bose “Quiet Comfort 3″ und der wesentlich günstigere Panasonic “RP-HC500″. Teil III des Lärmbekämpfer-Tests.
Teil I: Die Noise-Canceling Technologie
Teil II: Preiswerte NC-Kopfhörer

Sie werden beide im schmucken Etui geliefert, und sie wirken beide im Vergleich zu den billigeren Modellen in unserem Test sehr solide. Und noch eins haben der Bose “Quiet Comfort 3″ und der Panasonic “RP-HC500″ gemeinsam: Sie machen dem Krach sehr effizient den Garaus. Wenden wir uns zunächst dem Bose zu, denn bei diesem Modell handelt es sich gemäss unzähligen Testberichten um den Klassensieger.
Bose Quiet Comfort 3: Der Luxus der Stille
Daran mag etwas erstaunen, dass es sich beim neusten Modell des “Quiet Comfort” um ein Modell handelt, das auf dem Ohr aufliegt statt es zu umschliessen. Diese Bauweise vermag vielleicht theoretisch etwas weniger Wirksam Lärm von aussen abzublocken, aber im Fall von Bose ist das kein Thema: Die dicken, in sehr weichem Leder gehaltenen Polster, die auf der Ohrmuschel aufliegen, wirken bereits wie ein dicker Schalldämpfer.
Nach dem Einschalten verblüfft der Klassenbeste tatsächlich mit wattiger Stille - alles, was an niederfrequenten Geräuschen vorhanden ist, bleibt ganz einfach weg. 98 Prozent des Lärms soll das Luxusmodell laut Hersteller abblocken. Bleibt die Frage, was Lärm ist und was nicht. Solange der Benutzer nicht den eben ausgesperrten Lärm durch ohrenbetäubend laute Musik ersetzt, kann er jedenfalls noch hören und sogar verstehen, wenn ihn jemand anspricht.
Die Klangleistungen bezüglich Musik sind selbstredend ausgezeichnet - schliesslich ist die Firma Bose weniger für die Beseitigung von Klängen als für deren akkurate Wiedergabe berühmt.
Im Gegensatz zum ohrumschliessenden Vorgängermodell erscheint der QC3 ausgesprochen handlich und leicht, und das, obwohl in seiner einen Ohrmuschel ein Akku sitzt, der mit einem Handgriff entfernt und im mitgelieferten Ladegerät aufgeladen werden kann. 20 Stunden Musikgenuss verspricht Bose. Ein Set von Adaptersteckern sorgt dafür, dass der Kopfhörer sowohl mit Geräten mit 3,5mm-Klinke als auch mit dem Flugzeug-Doppelstecker oder einer grossen 6,3mm-Kopfhörerbuchse klar kommt. Das Kabel lässt sich am Kopfhörer abziehen, was den Vorteil hat, dass nichts herumbaumelt, wenn einfach nur Stille gewünscht ist.
Während die Klangeigenschaften unbestrittene Spitze sind und auch die Lärmbeseitigung überzeugt, haben uns an dem Gerät zwei Dinge gestört: Der Akku bringt die Gefahr mit sich, dass man unterwegs vergisst, ihn aufzuladen und auf dem nächsten Flug des Business-Trips ohne die ersehnte Lärmbeseitigung auskommen muss. Und das Auf-Ohr-Design verringert zwar die Masse des Kopfhörers (der im edlen Etui mit Ladegerät und allen Adaptern aber immer noch eine Belastung fürs Handgepäck darstellt); aber mich hat eine Eigenschaft der -Über-Ohr-Geräte auf dem letzten langen Transaktion-Flug überzeugt, die ich nicht mehr missen möchte:
Panasonic RP-HC500: Preiswerter Rivale
Der Panasonic ist, wie der JVC aus dem letzten Teil des Tests, ein Über-Ohr-Modell - er umschliesst beide Ohrmuscheln vollständig und sorgt schon damit für eine angenehme Abschottung vom Umgebungskrach. Auch wenn diese Architektur herausragend gefertigten Auf-Ohr-Modellen nicht unbedingt überlegen ist, bietet sie ein “Feature”, das diese nicht haben: Man kann sich “drauflegen”. Will heissen, die Hörmuschel verrutscht nicht und drückt auch nach Stunden in der Horizontalen (quer über drei Flugzeugsitze in einer halbleeren Air-Canada-Maschine zwischen Toronto und Zürich) noch nicht schmerzhaft aufs Ohr, sondern einigermassen erträglich auf die umliegende Schädelbasis.
Davon mal abgesehen, überzeugt der Panasonic RP-HC500 mit annähernd so guter (subjektiver) Lärmbekämpfung wie das Bose-Spitzenmodell: Aufsetzen und staunen, Schalter am linken Ohrteil umlegen und noch mehr staunen: Jegliches Brummen, Dröhnen oder Klappern ist weggewischt. Das funktioniert sogar auf dem Balkon als Schutz gegen vorbeifliegende Sportflugzeuge, von deren Motorengebrumm allenfalls die höchsten Frequenzen grade noch vernehmbar sind, obwohl sich das Geräusch ständig ändert.
Von der Bauweise her etwas klobiger als der Bose, ähnelt der Panasonic jenem durch die beiden seitwärts drehbaren Ohrmuscheln und das Etui, in dem er versorgt wird. Anders als der Klassenführer wird der Panasonic aber mit einer AAA-Batterie gespeist, analog zum früher besprochenen JVC. Die dicke Lederpolsterung am Scheitelteil verrichtet ebenso gute Dienste in Sachen Tragekomfort wie die des Bose - der billige JVC verzichtet zugunsten des Klappmechanismus auf diesen Luxus und kann deshalb auch schon mal unangenehm auf den Skalp drücken.
Klanglich fällt der Panasonic gegenüber dem Bose im Musikbetrieb ganz leicht ab, indem er im Noise-Canceling-Modus weniger Höhen liefert, während der Bose noch immer wie eine Hifi-Anlage klingt.
Diesen kleinen Nachteil, der allenfalls High-End-Audiofans zu stören vermag, macht der Panasonic allerdings mit einem Feature gegenüber dem Bose-Spitzenteil wieder wett: Mit dem Preis.
Der Bose QC3 kostet laut Herstellerseite nämlich 398 Euro. Der Panasonic ist auf Herstellerseiten in Deutschland und den USA nicht zu finden, im Handel aber für einen angeblichen Listenpreis von knapp 250 Euro und in amerikanischen Webshops und auf Amazon für wenig über 100 Dollar, also inklusive Lieferung nach Europa für rund 100 Euro zu finden.
Meine Wahl fiel deshalb auf den Panasonic (es gibt Dutzende anderer Modell weiterer Hersteller), und bisher habe ich die Entscheidung nicht bereut.
Grössenvergleich: JVC und Panasonic im “Reisezustand”
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florian ebneter
beim bose vom vorgängermodell zu schreiben ist nicht ganz richtig. technisch sind die geräte genau gleich, bloss liegt das getestete auf den ohren und das andere umfasst die ohren.
das mit den 98 prozent lärm stimmt wohl, aber leider nur für die log-db-skala, sprich auch 2 prozent lärm in einem flugzeug sind noch sehr laut. für mich geht es jeweils darum, wie lange ich diese kopfhörer tragen kann, denn früher oder später werden sie unbequem. akku hingegen ist ok, denn ohne strom funktioniert halt actives voice cancelling nicht.
Peter Sennhauser
Florian, vielen Dank für die Ergänzungen. Mir gehts auch so: Tragekomfort ist wichtig. Grade deshalb fand ich den Über-Ohr-Panasonic deutlich angenehmer als die Aufohr-Geräte - die drücken nämlich unweigerlich irgendwann auf den Ohrenknorpel. Die auf dem Schädelknochen aufliegende Halbschale hingegen ist deutlich länger auszuhalten. Finde ich.
tobias
Die Kopfhörer von Panasonic kann ich leider nicht über Amazon bestellen, da sie scheinbar doch nicht oder nicht mehr nach Europa liefern…
Auch sonst finde ich sie in keinem Online-Shop, hat jemand eine Idee, wie man an in Deutschland an diese Kopfhörer kommen kann? Z.B. auch an die von JVC?
M.f.G.
Huber Andreas
Bin auch bis jetzt erfolglos auf der Suche –auf amazon uk gibt es den Panasonic ?RP-HC500? auch aber wesentlich teurer
Andy
Alexander
Danke für den Bericht. Habe mich jetzt für die Bose entschieden, weil er mir eindeutig weniger auf den Ohren lag. Ist wahrscheinlich bei jedem individuell verschieden. Beim Versand habe ich mir die Kosten gespart indem ich über den Apple Shop anstatt bei Bose direkt gegangen bin :) Die scheinen die einzigen zu sein die neben Bose verkaufen dürfen ;)
Grüsse,
Alex
Wolf-Dieter Roth
Ich hatte einen Panasonic mal in Tokio am Flughafen erstanden - der war leichter (typische Walkman-Bauform) und billiger, aber auch weniger effektiv. In Europa werden die anscheinend von Panasonic nicht angeboten. Sennheiser ist gut, hat aber ein zu kurzes Kabel und wird von Handys gestört, was im Flugzeug natürlich egal ist, aber nicht im Zug:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22129/1.html
Richard Goiser
Also ich habe neben dem Panasonic und dem Bose auch das Topmodell von Sennheiser getestet. (letztere beide kann man über Lufthansa Flugmeilen kaufen):
die Noise Cancellation funzt am besten beim Bose, wirklich beeindruckend. Auch Tragekomfort und Akkulaufzeit sind fantastisch. Man kann ihn allerdings nur eingeschalten benutzen, die anderen gehen auch passiv.
Allerdings: der Sennheiser ist klanglich ebenso indiskutabel wie der Bose. Der Sennheiser klingt einfach nur schlecht. Ein Klavier verfärbt so sehr, daß es fast schon weh tut. Der Bose hat VIIIIEL zu viel Bass und, noch schlimmer, viel zu viel Grundton, kaum Mitten und KEINE Höhen. Da ist es nicht wie bei herkömmlichen Vergleichen, wo es um Nuancen geht, sondern es klingen Musikstücke mit dem Bose definitv anders, manche leise Obertöne nimmt man nicht nur nicht wahr - man hört sie nichteinmal wenn man weiß, daß sie da sind.
Ich habe sie Bose zurückgesandt mit der Frage, ob das Gerät vielleicht defekt sei, aber sie beharren darauf, daß das so sein muß.
Der Panasonic hingegen klingt super. Neutral, luftig, transparent. Einziger Kritikpunkt: er klingt besser, wenn man NC einschaltet. Das darf eigentlich nicht sein, weil´s nach künstlicher Verschönerung riecht. Soll mir aber recht sein.
Ich hoffe es klingt nicht überheblich, wenn ich mich als High Ender bezeichne der weiß wovon er redet.
Ich wollte das unbedingt anmerken, weil - dieser Testbericht in Ehren - stimmt, was die klanglichen Qualitäten betrifft, überhaupt nicht. Gerade was die Höhen betrifft ist es umgekehrt.
Würde der Pana 400 kosten und der Bose nur 50, für mich würde es trotzdem der Pana!