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flickr mag keine Deutschen

Von Kathrin Grannemann am 13. Juni 2007 um 20:10 Uhr Kommentare (10)
Kategorien: Medien

Ich benutze seit einiger Zeit schon flickr. als einfache und kostengünstige Möglichkeit, massenweise Bilder ins Netz zu schubsen, und bisher hatte ich auch keine Probleme damit.

Als heute lokalisierte Versionen von flickr. online gingen (wir berichteten), war die Meinung eher geteilt. Auch ich habe recht schnell wieder auf die englische Version der Seite geschaltet, es ist einfach gewohnter. Neben der Neuerung der Sprachpakete gab es aber auch noch ein paar kleine Veränderungen im Hintergrund, die erst nach mehrmaligem Hinsehen offensichtlich wurden.

Unter anderem gibt es nun bei flickr. nicht ausschaltbare Filter, die bestimmte Inhalte schlicht ausblenden. Kurioserweise gelten diese neuen Filter nur für Deutschland, Singapur, Hong Kong und Korea und gelten für alle Bilder, die “anzüglichen” Inhalt haben (zum Beispiel Aktfotos). Grund: Andere Nutzungsbedingungen als in anderen Ländern.

Note: If your Yahoo! ID is based in Singapore, Germany, Hong Kong or Korea you will only be able to view safe content based on your local Terms of Service so won’t be able to turn SafeSearch off.

(Quelle: flickr.- FAQ)

Wer beispielsweise mit deutscher Yahoo-ID dieses Foto eines amerikanischen Fotografen aufrufen will (das im Übrigen eine nackte Brust zeigt), wird vom Filter daran gehindert und bekommt lediglich das zu sehen:

Flickr Screenshot

Vor allem aus Deutschland mehren sich jetzt die Proteste. Und es geht so weit, dass die User die Plattform massenhaft mit dem bombardieren, was sie am liebsten nutzen: Fotos.

Flickr Zensur

Die nun passend dazu frisch ins Leben gerufene Usergruppe hat mittlerweile 274 Mitglieder. Und es werden immer mehr. Und sie erheben ihre Stimme. Getreu nach dem Motto “Alle Gewalt geht vom Volke aus”. Möge die Macht mit den Nutzern sein!

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10 Kommentare

Paddy

Was die prüden Amis sehen dürfen, ist uns Schweizern und Deutschen doch noch lange zumutbar, meine ich.


Henning

Danke fuer den Eintrag!


Tim

Eindrucksvoll: 20 Stunden später hat Against Censorship at Flickr (http://flickr.com/groups/againstcensorship/) 4393 Mitglieder!!!


Nikolai Longolius


Peter Hogenkamp

6181 Member hat die Gruppe inzwischen. Hoffe, es nützt was. Denn man weiss ja, die nackte Brust, die man nicht sehen kann, beschäftigt einen viel mehr als die einfach so ausgestellte.


Julian Schrader

Bin seit gestern, später Nachmittag auch dabei — jetzt gerade sind es schon 6,593 Members.


Kathrin Grannemann

Nach einigen eher schwammigen Aussagen kam heute nacht endlich eine konkretere Begründung vom Supportteam (ich zitiere hier nur eine gekürzte Version, die komplette Aussage gibts hier):

The decision to change the Flickr experience in Germany was never about censorship - it was made to try to ensure that Yahoo! Germany was in compliance with local legal restrictions. In fact, we’re all getting really uncomfortable that the words “flickr” and “censorship” are being jammed together with increasing frequency because that is _so far_ from the direction we’re trying to move in.

The central problem is that Germany has much more stringent age verification laws than its neighboring countries and specifies much harsher penalties, including jail time, for those with direct responsibility (in our case, it would be our colleagues in the German offices and we’re not willing to make a call that has that kind of consequence for them).

Heißt im Klartext: Die Rechtslage, was Inhalte wie Aktfotos im deutschen Rechtsraum angeht, ist ein gefährliches Feld und die Zensierung eine Absicherung, dass sie bei Yahoo Deutschland keine Probleme kriegen.


[…] der Gründer der von Yahoo übernommenen Foto-Webseite Flickr, hat sich endlich zur Kontroverse rund um die “Zensur” der Fotoseite für deutschsprachige Kunden verlauten lassen. Fazit: Wir hören Euch zu, […]


[…] und Smugmug.com erscheint plötzlich als Retter in der Not - Flickr hat sich mit der überstürzten Zensur-Lösung zur “Einhaltung” der Deutschen Gesetze gehörigen Ärger […]


[…] des Unternehmens ließ ja in den letzten Tagen sehr zu wünschen übrig, wenn man mal flickr. und deren neue Zugriffsbeschränkungen als Musterbeispiel nimmt. Nur mühselig konnten die User sich ein Bild von der Lage machen. […]


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