Die echt kabellose Zukunft

Amerikanische Wissenschafter haben ein funktionierendes System für die kabellose Energieübertragung demonstriert.

Ich habe das am 1. April schon irgendwo gesehen und nach den ersten paar Sätzen entschieden, dass es sich um einen Aprilscherz handeln müsse. Jetzt ist es US-Wissenschafter aber offensichtlich wirklich gelungen, grössere Energiemengen kabellos zu transferieren – in der Versuchsanlage brachten sie eine 60W-Glühbirne zwei Meter von der Energiequelle entfernt zum Leuchten, berichtet die BBC heute .

Demnächst werden wir also nicht nur kabellos im Internet surfen, sonern zugleich im Starbucks das Notebook aufladen. Oder in den Waggons der Schweizer Bundesbahnen, deren inzwischen unnütze Aschenbecher noch immer nicht in Steckdosen umgewandelt worden sind.

Bei dem System handelt es sich offenbar um eine verhältnismässig einfache Anlage, die nicht auf Induktion (Magnetflder durch Stromfluss) beruht. Professor John Pendry vom Imperial College in London sagte dazu, dass solche Systeme schon vor zehn oder gar 20 Jahren hätten entwickelt werden können. Im 19. Jahrhundert hatte bereits einer der Pioniere der Elektrotechnik, Nikola Tesla, daran gearbeitet.

«Aber ich glaube, dass es sich um eine Zeitabhängiges Problem handelt. In den vergangenen paar Jahren hat eine exponentielle Zunahme von Geräten stattgefunden, die Stom brauchen. Das Stromkabel ist der letzte Draht, der für eine wirklich kabellose Verbindung gekappt werden muss.»

Der Energiefluss zwischen zwei Kupferspulen mit 60cm Durchmesser erreichte in der Versuchsanlage eine Effizienz von 40%. Professor Marin Soljacic vom Team des MIT erklärte, dass es sich um ein Resonanz-System handelt: Wenn zwei Körper geau die gleiche Resonanz aufweisen, das heisst die gleiche Empfindlichkeit für eine Schwingung, dann lässt sich Energie in Form einer ganz bestimmten Wellenlänge von einem Körper an den andern übertragen, ohne dass dabei irgendwelche andern Objekte im direkten Umfeld beeinflusst werden. So können beispielsweise Weingläser mittels eines Tons zum Springen gebracht werden, der ihrer Resonanzfrequenz entspricht.

Statt Schallwellen benutzen die Forscher derzeig elektromgnetische Wellen von einer hohen Wellenlänge (10MHz). Der Vorteil liegt darin, dass bei kurzen Wellenlängen wie denen eines Mobiltelefons von 2GHz eine Mischung aus elektrischen und magnetischen Feldern entsteht. Elektrische Felder haben allerdings einen unangenehmen Nebeneffekt auf Körper aus Fleisch und Blut – man kann sie damit zum Kochen bringen (Mikrowelle). Bei langen Wellen hingegen entsteht im Wesentlichen nur ein Magnetfeld, auf welches menschliche Körper nicht reagieren.

Bericht der BBC

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3 Kommentare

  1. viktor
    schrieb am 8. Juni 2007 um 19:34 Uhr (#)

    >>nur ein Magnetfeld, auf welches menschliche Körper nicht reagieren.

    Ist es nicht bewiesen, dass ein Magnetfeld Auswirkungen auf den menschlichen Körper hat?! – Hochspannungsleitungen, Wasseradern … ?

  2. PeterPan
    schrieb am 9. Juni 2007 um 02:25 Uhr (#)

    Hi Kollege..

    schon mal was von “Tesla” gehört?

    Gruss ;-)
    PeterPan

  3. mds
    schrieb am 9. Juni 2007 um 10:40 Uhr (#)

    Interessant, danke fürs Berichten!

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