neuerdings - Der Wochenrückblick Ausgabe 17
Wie immer lassen wir am Sonntag Abend die vergangene Woche Revue passieren. Heute gibt es nebst einigen News im Zusammenhang mit der D: All Things Digital Conference auch Neuigkeiten aus Cupertino, sowie Bikini-Girls vor dem Google-Hauptquartier zu sehen.
Woche vom 28. Mai bis zum 3. Juni 2007
Vergangene Wochen stand bei neuerdings.com auch (aber nicht nur) im Zeichen der inzwischen zum fünften Mal stattfindenden D: All Things Digital Conference. So hat das inzwischen schon einige Male für tot erklärte Unternehmen Palm Inc. ein neues Produkt vorgestellt: den Foléo. Mit dieser “dritten Säule” hofft Palm, wieder aus der Bedeutungslosigkeit aufzutauchen und an den Ruhm vergangener Zeiten anzuknüpfen. Das Foléo (der Foléo?) ist sozusagen ein Minimal-Notebook, welches jedoch nicht als Standalone-Produkt konzipiert ist. Vielmehr soll es in Verbindung mit einem Smartphone (nebst den Palm Treos kann man auch auf Symbian- und Windows Mobile-Handys zugreifen) genutzt werden. So werden zum Beispiel E-Mails konstant zwischen Handy und Foléo abgeglichen.
Am Foléo sind zwei Sachen bemerkenswert: einerseits basiert der Foléo auf einer Linux-Distribution, andererseits ist das System innerhalb von einer Sekunde “gebootet”. Insofern kann das Foléo von der Linux-Community wohl zu Sachen gebracht werden, an welche Palm nicht im Traum gedacht hätte. Zudem ist es deutlich bequemer, wenn man (nicht so wie beim Standard-Windows-Laptop) lange warten muss, bis das System bereit ist. Andererseits verhält sich Palm meiner Meinung nach etwas widersprüchlich. Es ist doch irgendwie komisch, wenn man einem Kunden einen Palm Treo verkauft, damit dieser relativ ortsunabhänig E-Mails empfangen kann und seinen Terminkalender up to date hat, andererseits nun aber ein “Companion Device” nachschiebt, welches das Smartphone ergänzen soll. Ich als Kunde würde jedenfalls nicht begreifen, wieso ich nebst dem Laptop und dem Smartphone nun auch noch ein drittes Gerät benötige. Und bloss für eine richtige Tastatur wäre ich nicht bereit, $500 zu bezahlen. Die Meinungen mögen auseinander gehen, doch mit dem Use Case, den Palm für den Foléo vorsieht, glaube ich nicht, dass das Gerät zu einem Riesenknüller wird. Aber vielleicht schaffen es die Linux-Fans ja, aus dem Foléo ein komplett anderes Gerät zu machen.
Jedoch hat nicht nur Palm an der D: All Things Digital Conference Produktneuheiten vorgestellt. Auch Microsoft hatte mit dem Multitouch-Tisch eine Neuigkeit auf Lager. Was die Tischplatte so kann, schaut man sich am besten gleich im Video an, dann versteht man es besser, als wenn ich hier lange Ausführungen dazu mache :-)
Der Tisch wird schon sehr bald in der realen Welt zu bestaunen sein. Jedoch produziert Microsoft den Multitouch-Tisch (noch) nicht für Privatuser, sondern wird ihn vor allem in T-Mobile Shops aufstellen.
Ein weiteres Highlight der D: All Things Digital Conference war sicherlich das Interview, das Steve Jobs und Bill Gates gemeinsam gegeben haben. Sie haben sich jedoch nicht, wie von einigen erwartet, gegenseitig auf die Birne gegeben, sondern auf die Fragen von Walt Mossberg brav etwas erzählt. Ich persönlich fand das Interview inhaltlich zwar nicht gerade sensationell, war aber fasziniert von den Anekdoten, die vor allem Steve Jobs zum besten gegeben hat. In den 70er-Jahren war die Computerindustrie schon noch eine ganz andere Welt als sie es heute ist.
Doch auch jenseits der D: All Things Digital Conference hat es vergangene Woche spannende News gegeben. So hat zum Beispiel Apple endlich die vor einiger Zeit angekündigten DRM-freien Songs von EMI im iTunes-Store eingeführt, ist dann aber sofort in die Kritik geraten, als herauskam, dass die Musikfiles mit der iTunes-User-ID des Käufers versehen werden und somit rückverfolgbar sind. Es ist anzunehmen, dass EMI dies Apple als Voraussetzung für den Deal vorgeschrieben hat, da man somit auf User, welche die bei Apple gekauften Files in Tauschbörsen anbieten, identifizieren und vor allem belangen kann.
Ebenfalls in die Kritik geraten ist Google. Das letzte Woche lancierte Feature Streetview ermöglicht es nämlich, via Google Maps nicht bloss auf Kartenmaterial und Satellitenbilder, sondern auch auf 360-Grad-Fotos der wichtigsten Quartiere grösserer Städte zugreifen zu können. So gibt es zum Beispiel bereits von der San Francisco Bay Area viele schöne Fotos zu bestaunen, in welche man auch hineinzoomen kann. Heikel wird die ganze Sache für Google, weil zum Teil etwas, sagen wir mal private, Fotos geschossen wurden. So beklagte sich zum Beispiel auf boingboing ein User, dass nun seine Katze auf Google Maps auftauche und auch untenstehendes Foto zeigt (obwohl es höchstwahrscheinlich gestellt ist) ziemlich gut auf, dass das Schiessen von Fotos im öffentlichen Raum nicht ganz unproblematisch sein kann.

Zwei sich sonnende Schönheiten in der Nähe des
GooglePlex in Mountain View, CA (Link via Björn)
Dennoch muss ich sagen, dass ich die Technologie und den Dienst an sich absolut faszinierend finde. Probiert es einfach selbst mal aus! Jedoch ist Streetview für mich erst perfekt, wenn es auch von 35604 Foothill Rd. in Soledad, CA ein 360-Grad-Bild gibt…
Somit wäre diese Woche wieder vorbei - auch nächste Woche wird es wieder viele spannende, lustige, unterhaltsame und interessante News aus der Gadgetwelt geben. So viel schon mal vorweg: bald schon kommt (endlich) das Nokia N95 Testgerät an…
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(5. September 2007 22:38)
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