Das neue Palm Foléo:
Schreibtisch für Smartphones

Peter Sennhauser, 30. Mai 2007 20:43 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

Das «Foléo» von Palm ist eine Art Tastatur- und Bildschirmerweiterung für Smartphones: Ein Linux-Subnotebook, auf Festspeicher-Basis mit Wifi und Bluetooth.

palmfoleo1.jpg

Liveblogging zur Online-Pressekonferenz von Palm-Gründer Jeff Hawkins: Das neue Palm-Produkt Foléo bringt eine Standard-Tastatur bei sehr kleinen Abmessungen des ganzen Geräts und einen Farbbildschirm.

Es ist nicht als eigenständiges Gerät konzipiert (obwohl es als solches genutzt werden kann), sondern als Begleiter eines Smartphones. Hawkins sagt, es gehe nicht um einen Ersatz des Laptop-PCs, sondern es handle sich hierbei um das erste Gerät mit einem Vollbildschirm, das innerhalb einer Sekunde einsatzbereit sei (instant-on, kein Booten) und für Email, Web und die wichtigsten Business-Funktionen nutzbar ist.

palmfoleo.jpg

Das Keyboard verfügt über den früher vor allem in den IBM-Thinkpads verbauten Trackpoint für die Mausnavigation und ein unter dem Spacebar eingebautes Scrollrad für die Bedienung mit den Daumen; der Bildschirm hat eine Auflösung von 1024*600 und ist nicht berührungssensitiv. Das Gerät verfügt Wifi und Bluetooth, USB-Schnittstelle, einen SD- und einen CF-Slot. Es weist eine grafische Benutzeroberfläche ähnlich Windows auf, basiert aber vollständig auf Linux, welches via Terminalapplikation zugänglich ist und mit eigenen Applikationen ausgebaut werden kann. Laut Hawkins hat das Gerät eine Batterlaufzeit von 5 Stunden.

palmfoleo2.jpg

Der Palm-Gründer Hawkins bezeichnet es als unabhängiges Instant-On Linux-System, das seine volle Leistungsfähigkeit aber als “Companon” eines Smartphones entwickelt. Die Email-Funktion zum Beispiel funktioniert mit einem ständigen Abgleich mit dem Smartphone, wobei nicht nur Treo-, sondern auch andere Palm-, Windows-Mobile, Symbian und weitere Smartphones unterstützt werden.

Bisher noch unbeantwortet sind Fragen über die Erweiterbarkeit beispielsweise für den Einsatz mit Internet-Telefonie wie Skype (mangels Soundkarte wahrscheinlich keine Option) etc. Allerdings könnte die Rechnung von Palm aufgehen, wenn die Hacker-Gemeinde wie von Hawkins in der Pressekonferenz angedeutet in kurzer Zeit eine ähnliche Vielzahl an Applikationen für das Foléo erstellt, wie das für die Palm-Geräte geschehen ist.

Das Foléo soll demnächst für knapp 500 Dollar verfügbar sein.

Flash-Videoübersicht des Foléo

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6 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Gabriel

    schrieb am 30. Mai 2007 um 21:05 Uhr (#)

    Naja ich sehe es nicht als Weltneuheit an - da kauf ich mir lieber ein Subnotebook mit GPRS/UMTS. Wenn schon, denn schon - kein “Notebook” mit Symbian..

  2. mds

    schrieb am 30. Mai 2007 um 21:36 Uhr (#)

    Wenn schon, denn schon - kein ?Notebook? mit Symbian..

    Symbian? Hat Peter Sennhauser nicht geschrieben, dass eine Linux-Variante verwendet wird?

  3. mds

    schrieb am 30. Mai 2007 um 21:38 Uhr (#)

    Peter: Weisst Du, wo man sich den Quelltext der erwähnten Linux-Variante downloaden kann?

  4. Peter Sennhauser

    schrieb am 30. Mai 2007 um 21:44 Uhr (#)

    Sorry, ich find in den Presseunterlagen noch nicht mal genaue Angaben zur Distribution, die verwendet wurde. Aber auf Palm.com sollte ja binnen der nächsten Stunden alle Angaben zu finden sein.

  5. Martin Hiegl

    schrieb am 31. Mai 2007 um 08:48 Uhr (#)

    Sieht a bissle dunkel aus des Display!

  6. Peter Sulzer

    schrieb am 16. September 2007 um 05:46 Uhr (#)

    Irgend jemand hat in diesem Thread einen Vergleich mit Symbian gemacht - und Symbian, aka EPOC(!), nicht so gut aussehen lassen.

    Symbian dürfte von den erfolgreichen Desktop-Systemen mittlerweile das beste, in jedem Fall modernste, sein. Es ist (bis auf einige wenige Low-Levelroutinen) komplett in C++ geschrieben (nicht Assembler oder C wie Windows/Linux), weshalb es ja auch so einfach war, einen Emulator für Windows zu schreiben.

    Man benutzt für die Grundfunktionen Windows, und ansonsten wird nur der C++ Code mit dem MS-Compiler neu übersetzt und einige wenige Low-Level-Routinen neu in C oder Assembler neu geschrieben - bingo.

    Heraus kommt ein Betriebssystem, dass extrem schnell, klein (mein Psion Series 5 mx hat 32 MB intern (nur RAM, Flash hat er nicht intern, aber 8 Word-Dokumente aufmachen gleichzeitig, ist für den kein Problem) leistungsfähig (preemptives Multitasking, eingebaute SQL-Datenbank, Unterstützung für die modernste Hardware, z. B. GPS bereits eingebaut - z. B. Nokia E90)…

    Symbian wird leider immer noch total unterschätzt. Das war schon beim Psion so, und wird sich vermutlich nicht ändern. Obwohl es viel besser (weil auch viel älter - Psion hat Mitte der 80´er angefangen) als Windows Mobile.

    So was wie den Nokia E90 (habe gerade einen zum Testen hier - leider sehr teuer), habe ich unter Windows Mobile oder Linux (ich besitze einen Sharp Zaurus, sogar eine Clamshell-Version) noch nicht gesehen.

    Ciao Peter


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