China zeigt neuerdings.com die kalte Schulter

Damian Amherd, 21. Mai 2007 10:31 Uhr, 11 Kommentare Kommentare

Das Reich der Mitte scheint etwas gegen Gadgets und persönliche Produktivität zu haben (und wohl spätestens mit diesem Satz existiert nun in Peking irgendwo eine Fiche mit dem Titel “Damian Amherd”…). Wie Blogwerker Andreas Göldi (zur Zeit in Shanghai) herausgefunden hat, kann man von China aus weder auf neuerdings.com noch auf imgriff.com zugreifen (man wird stattdessen einfach auf eine Portalseite umgeleitet – Screenshot siehe unten). medienlese.com sowie blogwerk.com gehen jedoch (sogar Peter Hogenkamps persönliches Blog ist aufrufbar). Für was die Chinesen wohl uns und imgriff.com halten? Konspirativ-systemkritisch geht’s bei uns ja eigentlich eher selten zu und her und auch imgriff.com sollte für das Regime eigentlich keine Gefahr darstellen. Lustig ist ja, dass einige auch bei neuerdings.com immer wieder auftauchende westliche Firmen für China die Netzwerke aufgebaut haben und nun das Filtering betreiben. Nebst 3Com, Nortel, Sun und Juniper ist vor allem Cisco der Key Player wenn es um das Blockieren von unerwünschten Seiten geht. Zu Cisco gehört wiederum Linksys, ein Unternehmen, welches vor allem dank dem iPhone eine Zeit lang recht häufig bei uns anzutreffen war. Da schneidet sich Cisco ja schon fast ins eigene Fleisch… :-) Wir werden natürlich schnellstmöglich Kontakt mit der Chinesischen Botschaft aufnehmen und abklären, was es mit der Blockierung auf sich hat. To be continued …

neuerdings in China

Added Value:
Empirical Analysis of Internet Filtering in China
Internet Filtering in China in 2004-2005
Chinas Internet: Let a Thousand Filters Bloom

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11 Kommentare

  1. Schreibt hier auf dem Blog Peter Hogenkamp
    schrieb am 21. Mai 2007 um 11:56 Uhr (#)

    >> sogar Peter Hogenkamps persönliches Blog ist aufrufbar

    Danke für das “sogar”, ich fühle mich als per se kritischer Geist bestätigt.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Peter Hogenkamp
    schrieb am 21. Mai 2007 um 12:02 Uhr (#)

    PS. Wie kommt denn der Permalink “kein-nd-ig-in-china” für diesen Beitrag zustande? Ist das schon Unterlaufen der Zensur? Oder ist das Simplified Mandarin?

  3. Schreibt hier auf dem Blog Florian
    schrieb am 21. Mai 2007 um 12:17 Uhr (#)

    Bei imgriff.com ist der Fall doch klar: Wir haben nen Buddha in der Headergrafik!

  4. Schreibt hier auf dem Blog Damian Amherd
    schrieb am 21. Mai 2007 um 12:21 Uhr (#)

    In dem Fall muss es hier der in rot/blau/weiss gehaltene Header sein – das ist ja schon fast eine US-Fahne!

  5. Hardy Villwock
    schrieb am 21. Mai 2007 um 14:57 Uhr (#)

    Und das ist erst ein allerkleinstes Fitzelchen davon, wie der Chinamann tickt. Das wird in den nächsten 50! Jahren noch um ein vielfaches witziger. Ich wünsche Euch jetzt schon mal viel Spaß!
    Empfehlung: Bliefe von dlüben. Walter Mynas Rubrik in der Titanic. (Papierausgabe)

  6. Schreibt hier auf dem Blog Andreas Goeldi
    schrieb am 21. Mai 2007 um 16:32 Uhr (#)

    Inzwischen komme ich uebrigens doch drauf. Etwa 12 Stunden nach dem ersten Versuch war neuerdings.com ploetzlich freigeschaltet. Da sitzt wohl irgendwie einer in der Leitung und untersucht, was die Leute da immer so anschauen wollen, und dann wird entschieden, was zugelassen ist.

    Also nix mehr Kritisches ueber schlecht kopierte chinesische MP3-Player schreiben, sonst wird die Seite vielleicht bald dauerhaft gesperrt.

    Gruss aus Shanghai,
    Andreas

  7. Schreibt hier auf dem Blog Peter Hogenkamp
    schrieb am 21. Mai 2007 um 17:09 Uhr (#)

    Das heisst, bisher hatten Milliarden von Chinesen noch nie auf neuerdings.com zugegriffen – auf hogenkamp.com aber schon? Das wird ja immer besser.

  8. Koka
    schrieb am 21. Mai 2007 um 19:49 Uhr (#)

    greatfirewallofchina sagt aber auch, dass die Seite geblockt wird :http://www.greatfirewallofchina.org/

  9. martin
    schrieb am 21. Mai 2007 um 19:59 Uhr (#)

    auf jeden fall rechne ich es blogwerk hoch an, dass gerade in diesem beitrag cisco systems zumindest ein wenig kritisiert, obwohl ihr im moment on top einen flash-banner vom eben genannten unternehmen eingebunden habt – das spricht doch sehr für eure journalistische glaubwürdigkeit!

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