Plazes 2.0:
Wenn Menschen sich freiwillig selbst verfolgen
Ich möchte an dieser Stelle lieber erst gar nicht davon anfangen, wie viele Web 2.0-Startups es mittlerweile so weltweit gibt, dessen Nutzen eher gering oder
gar nicht vorhanden ist- es wären schlichtweg zu viele. Bisher gehörte zu diesen auch Plazes. Plazes ist ein Webdienst, bei dem man entweder manuell oder per Mobiltelefon ein komplettes Geotracking des eigenen Lebens erstellen und anderen seinen aktuellen Standort auch mitteilen kann.
Es mag in den Momenten praktisch sein, an denen Freunde oder Kollegen sich fragen, wo man gerade steckt, wird aber in dem Moment bedenklich, wenn man über aktuelle Überwachungsstaat- Phantasien diverse Politiker nachdenkt. Ich muss der Ehrlichkeit halber dazu erwähnen, dass man seinen Standort bei plazes durchaus auch für die Öffentlichkeit sperren kann, aber man weiß ja nie, was mit seinen vertraulichen Daten so gemacht wird…
Auch in Berlin gibt es zahlreiche Plazes- Nutzer, einer der berühmtesten wohl der amtierende Bürgermeister Klaus Wowereit. Wie viel Einfluss er darauf hatte, dass dort gestern zur “Plazes First-Live Extravaganza” geladen wurde (die er übrigens leider nicht besuchen konnte), weiß ich gerade nicht. Nur, dass dort, zusätzlich zu einem ausgewählten Pool an Testern (insgesamt 250 weltweit), ein erster Blick auf das geworfen werden konnte, was demnächst dann auch dem Otto- Normal- User zur Verfügung stehen wird. Interessanterweise hieß es schon vor dem Start der Betaphase aus offiziellen Kreisen, dass alles “Blog-bar” ist, was mir direkt mal zeigt, dass es keinesfalls um Heimlichtuerei ging, sondern eher um eine Beschränkung eventueller Serverlasten.
Was also soll plazes ab demnächst können, das den Dienst für einige vielleicht doch interessant werden lassen könnte? Zwecks Anschaulichkeit fasse ich mal in “Kürze” alle Neuerungen kurz zusammen.
- -Mittels kurzer Kommentare, ähnlich wie bei Twitter, kann man zusätzlich zu seinem Standort angeben, was man gerade tut.
- -Es lassen sich Gruppen zusammenstellen aus der Liste der eigenen Kontakte
- -Die Standortangabe, die bisher eher unpraktisch über eine Extra-Software laufen musste, lässt sich nun bequem via GoogleMaps machen.
- -Zusätzlich zum Standort kann man auch Angaben dazu machen, ob man dort schon gewesen ist, ob man dort gerade weilt, oder ob nur geplant ist, dort mal irgendwann hinzufahren/-gehen. Schönes Feature vor allem in der Hinsicht, dass man Treffen mit anderen schon lange vorher voraussehen kann. Des weiteren wissen so die eigenen Kontakte auch vergleichsweise zuverlässig, wo man sich wann aufhalten wird. Erinnert mich ein wenig an die Funktionen, die upcoming bietet, nur ohne klaren Bezug zu einer Veranstaltung.
- -Neben der Ortsangabe über die Website kann man seinen Standort per gesondertem Programm und per Handy durchgeben. Es soll in Kürze auch die Möglichkeit bestehen, über Instant Messenger darauf zuzugreifen.
- -Man kann nicht nur die aktuellen Informationen über die eigenen Freunde darstellen lassen, sondern auch Orte auf die Beobachtungsliste setzen.
Alles in allem wirkt das, was man bisher so an neuen Funktionen überblicken kann, gar nicht mal so unstimmig- natürlich ist es jedem einzelnen überlassen, ob und in welcher Weise er von den zukünftig neuen Funktionen Gebrauch macht. Der Weg, auf den sich plazes nun begibt, ist auf jeden Fall klar erkennbar: Viele Funktionen auf einer Plattform zu bieten.



















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