Ungebunden und frei:
Bluetooth-Kopfhörer im Test

Damian Amherd, 8. Mai 2007 11:02 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Philips’ SHB6102 Bluetooth-Kopfhörer versprechen eine “grenzenlose Freiheit ganz ohne Kabel”. Ob dem auch wirklich so ist, zeigt dieser Test.

Philips SHB6102Nach der etwas speziellen Anfrage einer Marketing-Agentur lag also bald ein SHB6102 Bluetooth-Headset auf meinem Schreibtisch. Dabei handelt es sich aber nicht (nur) um ein Bluetooth-Headset fürs Handy (sozusagen ein Headset im klassischen Sinn), sondern auch um schnurlose Kopfhörer für alle Geräte mit einem 3.5mm Audioausgang (Stereoanlage, iPod, TV etc.). Nebst den eigentlichen Kopfhörern gehören zum Lieferumfang: ein Bluetooth-Audioadapter, ein Gummiband zur Befestigung des Adapters an einem MP3-Player sowie ein Ladegerät. An letzterem besonders schön finde ich die beiden Kabel am Ladegerät. Man kann also sowohl das Headset als auch den Audioadapter gleichzeitig aufladen. Philips spricht von zirka zehn Stunden Musikwiedergabe bzw. zwölf Stunden Gesprächszeit. In meinem Test tönte die Musik aus dem Headset jedoch bereits nach sechs Stunden wie bei einem Walkman mit leeren Batterien (ich hoffe, dass sich die meisten Leser noch an diesen Effekt erinnern können). Und auch die maximale Reichweite von zehn Metern entspricht höchstens dann der Realität, wenn wirklich nichts zwischen Sender und Empfänger steht (bei Bluetooth ist das aber auch keine wirkliche Neuheit). Doch kommen wir nun zum eigentlichen Test.

Nachdem ich sowohl Headset als auch Sender komplett aufgeladen hatte (das dauert plusminus drei Stunden), versuchte ich zuallererst, mit dem SHB6102 via iTunes Musik zu hören. Der Bluetooth-Adapter steckte ebensoschnell in der Kopfhörerbuchse meines Laptops wie das Headset auf dem Kopf war. Danach folgte jedoch einige Fummelei (an den Geräten, nicht an mir). Die beiden Teile aufeinander abzugleichen schaffte ich gerade noch (damit wird sichergestellt, dass auch bei mehreren Headsets in der Umgebung der Sound ans richtige Headset gesendet wird) aber bis ich ich es geschafft habe, die Soundübertragung zu starten, war einiges Herumdrücken notwendig, und irgendwie habe ich es auch die darauffolgenden Male nicht geschafft, das Headset einfach aufzusetzen und loszulegen. Kleine Anekdote am Rande: meiner Mitbewohnerin (sie stellt so ziemlich die Durchschnittsbenutzerin dar) gab ich ebenfalls ein Testgerät. Sie legte es jedoch nach fünf Minuten mit den Worten “das ist Plunder” wieder zur Seite. In Sachen Bedienungsfreundlichkeit hätte Philips also ruhig etwas mehr machen können. Schon nur ein einfacher ON/OFF Schieber würde eine deutliche Verbesserung darstellen.

SHB6102 - Closeup

Das Headset ist zwar bequem zu tragen, gibt aber nur eine mässige Soundqualität wieder. Ein kleines Rauschen war immer zu hören und irgendwie klang mein Hauptteststück (seit eh und je der Schlusssatz aus Bruckners 4. Symphonie) sehr dünn. Nützlich sind hingegen die Buttons am Headset: Man kann direkt am Headset die Laustärke steuern und, sofern es die Audioquelle unterstützt, vor- und zurückspringen (letzteres trifft aber eigentlich nur bei MP3-Handys zu, via 3.5mm Adapter wird diese Funktion nicht unterstützt). Was die Reichweite betrifft, konnte ich mich problemlos in meinem Zimmer bewegen. Sobald ich dieses jedoch verliess, war Schluss (ich als echter Schweizer wohne übrigens in einem Holzhaus - also nichts mit Betonwänden und Armierungseisen). Auch die Distanz vom Wohnzimmer in die Küche (Use Case: während dem Abwaschen die Tagesschau oder MTV “hören”) war zu viel für das SHB6102.

Eine zweite Funktion besteht darin, über das Headset Handy-Gespräche zu führen (natürlich wurde auch ein Mikrofon eingebaut). Mein Nokia 6233 konnte ich jedoch gar nicht erst mit dem Headset koppeln und das Samsung Blackjack (der Testbericht kommt in wenigen Tagen) konnte ich zwar koppeln, schaffte es aber nicht, ein Gespräch aufs Headset umzulenken. Bluetooth war zwar schon immer eine gewisse Fummelei, aber wenn ich ?100 für so ein Headset ausgegeben hätte, wäre ich doch schon etwas sauer, wenns einfach nicht klappen will.

Bluetooth Adapter

Abschliessend muss man sich aber die Frage stellen, in welchen Situationen man so ein Headset einsetzen kann. Mein Lieblings-Use Case ist: spätabends Bügeln und dazu einen Film schauen bzw. Musik hören. Man kann diesen Use Case natürlich auf jede andere Situation in den eigenen vier Wänden übertragen, in welchen man niemanden stören will und keine normalen Kopfhörer (sprich: mit Kabel) verwenden kann oder will. Erschwerend kommt aber hinzu, dass die Reichweite ziemlich eingeschränkt ist. Im Wohnzimmer den Bluetooth-Adapter in die Stereoanlage einstecken und dann das Bad putzen gehen, liegt in den meisten Fällen nicht im Rahmen des Möglichen. Ausserhalb der eigenen vier Wände kommen mir nicht mehr so viele Use Cases in den Sinn. Wenn man nicht auf Kabel steht, kann man auf dem iPod oder auf dem MP3-Handy schnurlos Musik hören oder Anrufe tätigen, ohne das Handy ans Ohr halten zu müssen (ich persönlich verstehe jedoch nicht, wieso Leute mit ihrer Freisprecheinrichtung durch die Gegend laufen). Aber sonst sehe ich ehrlich gesagt keinen triftigen Grund, sich für ?100 solch ein Bluetooth-Headset zuzulegen.

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1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. riehn peter

    schrieb am 20. August 2008 um 15:57 Uhr (#)

    nach ihrem kommentar bin ich mir nicht mehr sicher. kann der brustgurt polar cardio bluetooth stören, denn ich möchte den ipod in der tasche tragen. geben sie mir antwort oder muss ich es in einem Geschäft erfragen. ciao pr


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