Nokias Expansion in Schwellenländer
Nokia kündet insgesamt sieben neue Handys an und zielt damit auf Märkte in Schwellenländern ab.
Und plötzlich rumpelte es in meiner Inbox: Nokia hat mal wieder einige Handys auf den Markt gebracht. Sieben um genau zu sein. Ausnahmsweise handelt es sich jedoch nicht um hochgezüchtete Superhandys mit allerlei Funktionen, sondern um Mobiltelefone für Schwellenländer. Dabei scheint sich Nokia vor allem auf Indien zu konzentrieren - in Anbetracht von gut 1 Milliarde Einwohnern sicherlich ein lukrativer Markt. Ich möchte es euch nun ersparen, jedes Handy im Detail vorzustellen - einige coole Features möchte ich aber dennoch erwähnen.
Da hätten wir zum Beispiel das Nokia 1200 mit fünf verschiedenen Adressbüchern. In Schwellenländern ist es nämlich häufig so, dass sich eine ganze Familie oder teilweise sogar ein gesamtes Dorf ein Handy teilen müssen (das Bussword hier heisst “Phone Sharin”). Insofern macht es Sinn, auf mehrere Adressbücher zurückgreifen zu können. Ferner verfügt das 1200 über ein kleine Lampe und ein staubfestes Display. Ein Preis von ?35 bzw. ?40 für das 1208 (hat dieselben Funktionen wie das 1200, verfügt aber über einen Farbbildschirm) scheint zwar auf den ersten Blick richtig billig zu sein. Bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von circa ?520 wäre es wohl utopisch, davon auszugehen, dass sich nun halb Indien solch ein Handy wird leisten können (was natürlich durch das Prinzip des Phone Sharings etwas relativiert wird).
Natürlich durfen auch in Schwellenländern Kamerahandys nicht fehlen. Nokia lanciert deshalb das 2630 und das 2760. Beide Handys könnten mit ihren Features problemlos auch als Einsteigergeräte für den europäischen Markt durchgehen. VGA-Kamera, Radio, GPRS, Bluetooth und MP3-Klingeltöne befriedigen ja eigentlich die Bedürfnisse der meisten Kunden. Das 2630 im Candybar-Design ist knapp 1cm dick und soll ?85 kosten, währdend das Klapphandy 2760 für ?90 über die Ladentheken gehen soll. Beide werden aber wohl hierzulande nicht auf den Markt kommen.
Die anderen Modelle ähneln den oben genannten. Es handelt sich halt einfach um Einsteigerhandys im Preissegment zwischen ?50 und ?100 (so viel Differenzierungspotenzial gibts halt doch nicht). Auf der Nokia Entry Event Page kann man sich alle Modelle in Ruhe anschauen. Aber insgesamt finde ich diese Entwicklung wirklich spannend. Bislang wollten die meisten Firmen immer “upmarket”, nun erweitert Nokia das Sortiment nach unten. Auch wenn man in Schwellenländern wohl nicht riesige Margen einstreichen kann, macht schon nur die Masse der potenziellen Kunden diese Märkte attraktiv.
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2 Kommentare zu diesem Artikel
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jan
also die schwellenländer die ich kenne sind ganz gut mit handys ausgerüstet, die noch nicht mal ich mir leisten kann. ich glaube du meinst eher entwicklungsländer.
Damian Amherd
Na ja, soweit ich weiss, gilt z.B. Indien (was ja eigentlich der Hauptmarkt für diese Handys ist) als Standardbeispiel für ein Schwellenland. Man muss aber auch immer zwischen urbanen Zentren und eher peripheren Gebieten unterscheiden.