Mangel an digitalen Manieren
Nur einer von zehn Amerikanern reklamiert angesichts von Störungen durch digitale Geräte
Wie reagieren Sie, wenn die Chefin während Ihrer Präsentation ihre Email liest, ein Gesprächspartner an seinem Handy rummfummelt oder die Begleiterin beim Abendessen auf dem PDA zu surfen beginnt?

Nur einer von zehn Amerikanern wagt es gemäss einer Studie der Unternehmens-Kommunikationsberatungsfirma “VitalSmarts” in solchen Fällen, seinem Missfallen Ausdruck zu geben.
Zwar geben von 1000 Befragten 91 Prozent an, regelmässig mit “PDI” (Public displays of insensitivity, “öffentliche Zurschaustellung eines Mangels an Sensibilität”) konfrontiert zu werden, vom Kinogast auf dem Sitz nebenan, der mitten im Film sein grell leuchtendes Handy zückt bis zum Begräbnisteilnehmer, der während der Zeremonie den Sarg per Digicam fotografiert.
Aber was unternehmen die Leute gegen PDI (was übrigens üblicherweise für “Personal Disposable Income”, also “Nettoeinkommen” steht…)? Nichts.
Gemäss der Umfrage reagieren grade mal zehn Prozent auf “PDI durch PDA”. Die übrigen neunzig Prozent geben gemäss Hitparade der Ausreden zu 32 Prozent an, keine Wildfremden ansprechen zu wollen, zu 30 Prozent wollen sie den Verursacher nicht beleidigen, 29 Prozent wüssten nicht, was sagen, 27 sitzen das Problem aus und 25 Prozent hauen ab. Und weil das alles zusammen 143 Prozent ergibt, gehen wir davon aus, dass die Umfrage Mehrfachantoworten zuliess.
Oder dass sie ganz einfach Ramsch ist.
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