Apple TV im Test, Teil 4:
Das Fazit

Andreas Göldi, 27. März 2007 02:35 Uhr, 7 Kommentare Kommentare

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200703262044Kein Zweifel, der Apple TV ist ein typisches Apple-Produkt: Er bietet exzellentes Design, eine ausgezeichnete Benutzerführung und insgesamt ein stets problemloses und anregendes Multimedia-Erlebnis. Genauso deutlich sind die Schattenseiten: Man muss sich voll auf die iTunes-Welt einlassen, wenn man den Apple TV nutzen will, sollte sich nicht an Kompatibiltätsmängeln zu anderen Formaten stören und muss akzeptieren, dass die Konfigurationsmöglichkeiten sehr begrenzt sind.

Mit anderen Worten: Der Apple TV ist unter den Multimedia-Set-Top-Boxen das, was der iPod bei den MP3-Playern ist. Es gibt zweifelsfrei leistungsfähigere und flexiblere MP3-Spieler als den iPod. Aber die Marktanteile sprechen eine klare Sprache: Die meisten Käufer finden Einfachheit und gutes Design wichtiger. Und genau dieses Erfolgsrezept will auch der Apple TV verfolgen.

Ganz klar, die vergleichbaren Produkte von Netgear, D-Link oder Pinnacle bieten umfangreichere Features und vor allem mehr Offenheit zu vergleichbaren Preisen. Auch die Xbox 360 als Connector zu einem Media-Center-PC hat einiges mehr zu bieten. Aber all diese Produkte sind für eine andere Zielgruppe gemacht, nämlich für Leute, die Spass an Netzwerkkonfiguration haben und sich nicht an stotternden Videostreams stören (weil ja schliesslich die Technik so cool ist).

Der Apple TV hingegen ist tatsächlich ein iPod fürs Wohnzimmer. Ganz offensichtlich hat Apple viel darüber nachgedacht, was normale User gern hätten. Der Apple TV funktioniert sofort und ohne Probleme. Dank der eingebauten Harddisk ist die Wiedergabe von Videos und Musik stets störungsfrei. Ein weiteres cleveres Feature ist, dass andere Maschinen (zum Beispiel ein mitgebrachter Laptop von Freunden) sich temporär mit dem Apple TV verbinden lassen, so dass auch gemeinsames Filmgucken oder Musikhören spontan möglich ist.


Für Europäer ist der Apple TV im Moment allerdings nur mit gewissen Einschränkungen nützlich, denn solange man im iTunes Store keine Filme und Fernsehserien runterladen kann, ist der Spass begrenzt. Immerhin, man kriegt mit dem Gerät seine Musiksammlung schon jetzt problemlos auf die Stereoanlage und seine Fotos auf den Fernseher, und das ist ja auch nicht so schlecht. Und mit Video-Podcasts und Musikvideos gibt es auch immerhin schon einige Bewegtbild-Inhalte für Benutzer im deutschsprachigen Raum. Apple hat sich bisher nur dahingehend geäusserst, dass man auch in Europa “irgendwann 2007″ das Angebot auf Filme und Serien ausweiten will.

Der Apple TV kostet derzeit 299 Euro / 429 SFr. / 299 US-$. Das ist reichlich Geld für eine Verbindungsbox, aber der Apple TV hat zweifelsfrei noch mehr Potential. Schliesslich handelt es sich hardwaremässig um einen kleinen PC, und mit zukünftigen Softwareupdates könnte Apple den Funktionsumfang durchaus deutlich erweitern.

Insgesamt ist der Apple TV eine sehr gute Lösung für Leute, die gern Medieninhalte vom PC bzw. Mac ins Wohnzimmer bringen möchten und keine Lust haben, sich mit unreifer und komplizierter Technik herumzuschlagen. Der Apple TV versucht nicht, jedes nur denkbare Feature anzubieten, sondern macht lieber das, was er kann, wirklich gut.

In der Zusammenfassung nochmals die wichtigsten Punkte:

Positiv:

  • Problemlose, qualitativ gute Video- und Audiowiedergabe
  • Komfortable Synchronisation mit iTunes
  • Ausgezeichnete Benutzerfreundlichkeit
  • Reibungslose und schnelle Installation
  • Anbindungsmöglichkeit für mehrere PCs oder Macs
  • Schönes, wohnzimmerkompatibles Design
  • Praktisch geräuschlos

Negativ:

  • Nur an Breitbild-Fernseher anschliessbar
  • Inkompatibel mit vielen Videoformaten
  • Kein Internet-Radio
  • Kein direkter Internet-Zugriff
  • In Europa bisher keine Film- und Serienangebote auf iTunes
  • Eher knapper Harddisk-Platz

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7 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Nando

    schrieb am 27. März 2007 um 13:45 Uhr (#)

    puuh.. also nachdem ich diese 4 beiträge zum apple tv gelesen habe muss ich sagen dass das viel zu viel geld verlangt ist für das was die box bietet. und bei meinem schon etwas in die jahre gekommenen DLINK 320 ist die bedienung nicht wesentlich komplexer. was ich am meisten bemängle, ist die tatsache dass das ding nicht einmal UPNP-untersützung anbietet, was bei solchen sofa-minicomputern heutzutage einfach standard sein sollte, itunes hin oder her… aber eben, apple hat natürlich da ein gutes rezept und wird versuchen, mit der “einfachheit” der dinge den markt zu erobern.

  2. Randy

    schrieb am 27. März 2007 um 15:12 Uhr (#)

    Wieso sollte Apple TV UPnP unterstützen?

  3. Nando

    schrieb am 27. März 2007 um 15:32 Uhr (#)

    warum nicht? ;-)
    nein ernsthaft. UPNP ist im Bereich Home-Entertainment derzeit sicher ein etablierter standard. Receiver, TV-Geräte und und Mediaplayer lassen sich damit vorzüglich untereinander verbinden und teilweise sogar schon steuern. Es wäre doch schön ,wenn Apple TV nebst iTunes auch noch eine andere Content-Schnittstelle nutzen könnte, ich dneke so liesse sich die Box auch besser in ein modernes Heim-Netzwerk integrieren. Dazu müsste natürlich die Apple-Box auch weitere Video-Formate wie zB DivX untersützen, aber da wird sich Apple wohl stur zeigen auch wenn das Gerät vermutlich genüngend Rechenleistung inne hat…

  4. Walter

    schrieb am 28. März 2007 um 19:13 Uhr (#)

    Also ich finde die Apple TV eher enttäuschend. Sind doch die gebotenen Möglichkeiten zu nahe an dem was eh schon von Haus aus geht. Ich persönlich nutze lieber einen Mac Mini G4 mit Mediacentral und Keyspan Remote als Media-Center. Dort lassen sich dann auch persönliche Skripte einbauen und externe Platten mounten. Der Preis ist auch equivalent.

    Der absolute Minuspunkt des Apple TV ist imho das FEHLENDE LAUFWERK! Wenn er wenigstens den DVD-Player konsequent verdrängen könnte wäre er ein gelungenes Produkt. Ich würde das doppelte des Preises zahlen wenn er ein Blue-Ray oder HD-DVD Laufwerk hätte (welches Format am Ende auch immer gewinnen möge). Ich glaube nicht das es Apple gelingen wird den Erfolg von iTunes auf Filmeebene mit diesen Preisen zu wiederholen.

  5. Peter Sennhauser

    schrieb am 29. März 2007 um 02:47 Uhr (#)

    Da gäbs unter Negatives noch ein paar Dinge zuzufügen. Kein direkter Filmkauf via Apple-TV? Entschuldigung: Zuerst wird man an iTunes gekettet, und dann braucht man auch noch den PC, um die (völlig überteuerten) Filme zu kaufen?
    Ich bleib bei Netflix und Windows Mediacenter (wo och, notabene, via Movielink per Fernbedienung von der Couch aus (leider meist alte) Filme kaufen oder mieten kann, die in Echtzeit runtergestreamt werden.
    Zum zweiten: keine Kabel auszuliefern, ist eine absolute Frechheit und eine Praxis, derer sich jetzt die Bildschirm-herstller und offenbar Apple wie früher die Drucker-Hersteller bedienen, um ihre Produkte billiger erscheinen zu lassen. Damals schlug ein Parallel-Kabel zum 500-Franken-Drucker noch mit weiteren 60 Fraken zu Buche, heute wollen die verkäufer im Laden für ein Digitales Monitor-Kabel 30$, dabei sind die Drähte als Massenware für zwei Dollar erhältlich. Hier wird ein vestecktes Nebengeschäft betrieben, das einer Fima, die Ihre Kunden schätzt (und auf “sofort bedienbar” macht) ganz einfach unwürdig ist.

  6. Andreas Göldi

    schrieb am 29. März 2007 um 05:01 Uhr (#)

    @Walter: Na ja, der Apple TV soll eben genau Leute ansprechen, die keine Komponenten kombinieren und externen Disks anschliessen wollen, sondern schnell und schmerzlos an ihre Medien kommen moechten. Sonst ist der Mac Mini natuerlich die deutlich bessere Wahl, auch schon in der Default-Konfiguration mit FrontRow (das praktisch identisch mit dem Apple-TV-Software ist). Dass man noch keine HD-DVD- oder Blu-ray-Laufwerke einbaut, finde ich angesichts des anhaltenden Standardkriegs verstaendlich, da warte ich gern noch etwas.

    @Peter: Die Filmpreise scheinen sich an den DVD-Preisen zu orientieren, und da kann Apple vermutlich nicht viel dran schrauben. Auch Filme on demand bei Comcast kosten ja schnell mal $5 oder so, ohne dass man den Film wie hier behalten kann. Netflix ist da sicher die billigste Loesung und wird es wohl noch einige Zeit bleiben.

    Die Kabelpreise finde ich auch dreist. Leider gibt es sehr wenige Hersteller, die da mit gutem Beispiel vorangehen. Lobend kann man z.B. Western Digital etwaehnen, die zu ihren externen MyBook-Festplatten gleich drei verschiedene Anschlusskabel liefern.

  7. anita kroell

    schrieb am 3. November 2007 um 19:47 Uhr (#)

    siehe nun
    Archos TV+
    wo sich Apple die Ideen holt, aber rascher und mächtiger umsetzt als ein französischer Mittelbetrieb.
    Wenn DivX (Xvid, …) nicht geht sage ich “Finger weg” und leider: die Slingbox wurde aufgekauft um sie zuzusperren (wie das halt bei MS und anderen Multis ist). Das Slingbox-Konzept läßt sich m.M. jedoch nicht aufhalten.
    Andererseits: joost, zattoo und vgl. machen diese Abzocker-Hardware bald überflüssig.


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