CeBIT Standtour:
Commodore

Damian Amherd, 19. März 2007 19:00 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

An der CeBIT präsentiert die eigentlich legendäre Firma WLAN-fähige Mediaplayer sowie ein Onlineportal.

CommodoreIch persönlich assoziiere Commodore in erster Linie mit dem Amiga (für den C64 bin ich ein kleines bisschen zu jung). Nach dem traurigen Niedergang von Commodore in den 90er Jahren wurde die Marke zuerst an die niederländische Tulip und dann an das amerikanische Unternehmen Yeahronimo verkauft (in a nutshell – in Tat und Wahrheit war die ganze Geschichte ein ziemliches Hin und Her). Nun produziert Commodore mit dem Gravel einen portablen Multimediaplayer (neuerdings hat bereits während der IFA davon berichtet), welcher zur CeBIT in Europa gelauncht wird. Die Gravel-Produktreihe umfasst nebst dem “in pocket” (2.8 Zoll Screen, 1GB oder 2GB) den Gravel “personal” (4 Zoll Screen, 2-4GB, 2 Megapixel Kamera) sowie den Gravel “in car” (3.5 Zoll Screen, Navi, kein interner Speicher). Alle Player verfügen ferner über einen SD-Slot, welcher jedoch nur mit Kapazitäten von bis zu 2GB klarkommt. Die Gravels können auf dem internen Speicher oder der SD-Karte gespeicherte Videos (MPEG, DIVX, XVID) oder Sounds (MP3, WAV, WMA) wiedergeben. Ferner können sie via WLAN auf das Portal CommodoreWorld zugreifen, welches verschiedene TV- und Radio-Streams bereitstellt. Surfen oder E-Mails checken kann man mit der WLAN-Verbindung jedoch nicht.

Gravel in pocket
Der Gravel in pocket

Gravel in pocket Rückseite
Platzsparend: der Joystick ist auf der Rückseite angebracht

Wer auch zu Hause auf das Angebot von CommodoreWorld zugreifen will, kann sich das Gravel “in home” kaufen. Die Set-Top-Box greift ebenfalls via WLAN auf das Online-Angebot zu. Ferner soll sie auch auf Files innerhalb des Netzwerks zugreifen können. Auf meine Frage hin, ob das dann “plug & play-mässig” laufe, entgegnete die blonde Commodore-Hostess “ja also, wie das Angebot dann genau heissen wird, kann ich ihnen nicht sagen”. Na ja, es kann halt nicht jeder Aussteller gutaussehende Hostessen anwerben, welche auch wirklich Ahnung haben. Überhaupt hätte ich gerne einmal das Stelleninserat für die Commodore-Hostessen gesehen (sie waren allesamt blond und hatten die entsprechende Figur, um in diesen kurzen Minis gut auszusehen) – wie schreibt man so eine Stelle genau aus? “PR-Firma sucht flexible Blondinen mit guter Figur” oder so? Aber scheinbar ist echten Geeks das Aussehen eh egal (siehe auch die Impressionen vom dritten Tag).

Commodore Stand 2

Auch wenn es irgendwie cool ist, wenn der Name Commodore wieder existiert. Jedoch sehe ich beim gesamten Angebot einige Probleme. So ist zum Beispiel für mich persönlich Commodore eine Gaming-Legende. Insofern sehe ich nicht ganz ein, wieso diese Brand nun für solche Multimediaplayer verwendet wird. Viele Leute kennen die Marke Commodore ja gar nicht mehr und diejenigen, die mit dem Namen noch was anfangen können, assoziieren total andere Dinge damit. Dann haben wir das Problem, dass es schwierig sein wird, für den gesamten europäischen Markt ansprechenden Content auf CommodoreWorld bereitzustellen. Zur Zeit kann man hauptsächlich holländischen Content streamen, was ja nicht wirklich interessant ist. Mir konnte leider nicht gesagt werden, wann auch deutschsprachige Angebote verfügbar sein werden, aber sogar wenn dies bald der Fall sein sollte: Unterwegs kann man hierzulande meistens nicht auf ein Gratis-WLAN zugreifen und zu Hause auf einem kleinen Display irgendwelche Filme oder Shows zu schauen kanns ja auch nicht wirklich sein. Ihr seht’s – irgendwie kann ich mich nicht wirklich mit dem Gravel anfreunden.

Gravel in home

Zudem hat Commodore im Verlauf der CeBIT ja auch vier neue Gaming-PCs angekündigt, sie jedoch nirgends ausgestellt (jedenfalls nicht, als ich am Stand war). Hier könnte die Strategie, die Commodore-Brand sowie das altbekannte Logo auf Gaming-Maschinen zu verwenden, eventuell funktionieren. Cool finde ich, dass die Rechner einen C64-Emulator mit mehr als 50 Spiele-Klassikern vorinstalliert haben. Ebenfalls eine hübsche Idee sind die C-KIN genannten Skins, welche nach Belieben ausgetauscht werden können. Aber irgendwie wird halt schon nichts an einen Amiga 500 rankommen können.

Added Value:
CommodoreWorld
CommodoreGaming

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