CeBIT Standtour:
SanDisk – Multimediaplayer und SSDs
Der Speicherspezialist aus California präsentiert an der CeBIT seine neuen MP3-Player, die ersten SSDs sowie zwei verschiedene Home-Entertainment Lösungen.
SanDisk war bei uns ja schon öfters in den Nachrichten (nicht zuletzt auch mit Kommentaren unzufriedener User). Die Firma hat sich eigentlich als Speicherspezialist etabliert, macht in letzter Zeit aber auch vermehrt Multimediageschichten. Auf dem grossen Messestand hier an der CeBIT präsentiert SanDisk einerseits stinknormale Speicherlösungen wie USB-Sticks oder SD-Karten, andererseits aber auch Multimediaplayer sowie Multimedialösungen für zu Hause. Da hätten wir zum Beispiel den Sansa View. Der Multimediaplayer mit 4-Zoll-Screen hat 8GB internen Speicher und kann via SDHC-fähigen SD-Slot auf bis zu total 16GB erweitert werden.
Der Sansa View wird aber nicht via Touchscreen, sondern mit einem kleinen “Kippschalter” in der oberen rechte Ecke des Geräts sowie mit am Rand angeordneten Buttons gesteuert. An der Menuführung hat sich gegenüber derjenigen des Sansa e200 scheinbar nicht viel geändert. Meiner Meinung nach ist das Gerät aber total langsam (lustig, wie das Teil am Ende abstürzt – da es sich jedoch um einen Prototypen handelt, sei SanDisk verziehen):
[flash]http://youtube.com/watch?v=I5KtqysQ3bg[/flash]
So wie’s scheint, will SanDisk nicht von ihren proprietären Steckerformaten wegkommen. Auch der Sansa View wird nicht via USB – miniUSB sondern via USB – 30-Pin-Kabel mit dem Computer verbunden. Wenn doch nur alle Hersteller komplett auf USB setzen würden … ein Kabel am PC würde genügen!

mit diesem kleinen Knubbel wird der Sansa View unter anderem gesteuert
Videos gibt der Player in wirklich guter Qualität wieder – der Bildschirm hat kräftige Farben und eine hohe Auflösung (wie viel die genau beträgt, war leider nicht in Erfahrung zu bringen). Gemäss direkt aus Milpitas, California eingeflogenem SanDisk-Mitarbeiter kommt der Sansa View mit allen gängigen Videoformaten zurecht. Dazu gehört nebst MPEG auch DIVX. Zudem muss man beim Sansa View die Videos nicht mehr zuerst konvertieren, sondern kann die Filme direkt auf den Player laden (der SanDisk-Typ hat mir jedoch verschwiegen, dass man dafür den Windows Media Player verwenden muss – es wird aber wohl auch einen Mass-Storage Modus geben, in welchem man die Dateien einfach per Drag&Drop auf den Player ziehen kann). Zudem soll die Soft- und Firmware allgemein verbessert werden – gemäss eigenen Angaben hat SanDisk die Schwachstelle erkannt (man schaue nur mal die vielen unzufriedenen User hier an) und ist daran, diese Probleme zu beheben. Leider verfügt der Sansa View über keine Recording-Funktion, man kann also damit im Gegensatz zum Archos 604 keine Fernsehsendungen oder so aufnehmen und am nächsten Tag auf dem Weg zur Arbeit anschauen.
Auf 8GB haben circa 33h Film oder 2000 Songs Platz – dies dürfte insofern genügen, als dass eine Akkuladung für maximal 4h Film- bzw. 10h Musikwiedergabe ausreicht. Der Sansa View kommt in circa einem Monat in den USA für $300 auf den Markt und soll gegen Sommer auch hier erhältlich sein.
Was macht man nun aber, wenn man die auf dem PC gespeicherten Filme nicht auf einem separat zu kaufenden Player sondern auf dem Fernseher im Wohnzimmer anschauen will? Man kauft sich das USB TV von SanDisk und überträgt die gespeicherten Filme einfach via USB auf das Gerät. Wenn der Fernseher oder DVD-Player einen USB-Port hat, kann man das USB TV gleich direkt anschliessen, ansonsten muss man die Composite-Kabel benutzen.
USB TV kann Videos in verschiedenen Formaten (MPEG, XVID, DIVX…) sowie Sounds und Bilder wiedergeben und soll in Kapazitäten von 2GB, 4GB und 8GB erhältlich sein. Mit Videos in HD soll das Gerät keine Probleme haben, jedoch dürfte dann die Speicherkapazität recht schnell knapp werden. Angeblich soll USB TV gegen Sommer zuerst in den USA erhältlich sein, wobei noch kein Preis feststeht. Auch wenn die Idee auf den ersten Blick nicht schlecht scheint – wäre eine WLAN-Lösung wie zum Beispiel der Kiss von Linksys nicht eine angenehmere Lösung? USB TV müsste schon recht billig sein, dass ich für jede heruntergeladene Folge Lost jeden legal erhältichen Film, welchen ich mir auf dem Ferneseher anschauen will, extra die Daten auf das Teil transferieren würde.
Nutzer, welche unterwegs mal einen Film oder die neueste Folge von Grey’s Anatomy anschauen wollen, können V-Mate in Betracht ziehen. Mit dem kleinen Gerät kann man Filme oder TV-Sendungen auf Speicherkarte aufnehmen, wobei alle Karten der SD/MMC-Familie sowie alle möglichen Memory Sticks in Frage kommen. Da V-Mate via Composite-Kabel gespiesen wird, kommt sowohl ein DVD-Player als auch eine Set-Top-Box als Datenquelle in Frage. Die Speicherkarte legt man dann ins Handy ein und schon kann man zum Beispiel Rocky VI auf einem Nokia E61 geniessen. V-Mate kann Videodateien sowohl im MP4- als auch im 3GP-Format speichern, wodurch eigentlich die meisten Handy-Mediaplayer problemlos die Dateien wiedergeben können (vorausgesetzt, man hat einen entsprechenden Speicherkartenslot). Auch diese Idee scheint auf den erste Blick recht cool, aber die meisten Handys kann man entweder via Bluetooth oder via USB-Datenkabel mit Videos füttern. Wieso also $130 ausgeben, wenn man für 10% des Preises ein Datenkabel bekommt?
Zu guter letzt doch noch ein Produkt, welches mich total überzeugt hat: SSDs. Den Flashspeicher von SanDisk haben wir zwar vor gut zwei Monaten schon mal vorgestellt, nun habe ich ihn jedoch “in natura” bewundern können. Zudem hat SanDisk an der CeBIT angekündigt, nebst der 1.8 Zoll Variante auch eine 2.5 Zoll Version auf den Markt zu bringen. Die Vorteile von Flashspeicher liegen auf der Hand: geringe Empfindlichkeit gegenüber Stössen, niedrigerer Stromverbrauch sowie kürzere Bootzeiten. Während in einem von SanDisk durchgeführten Test ein Laptop mit SSD Windows Vista in nur 22 Sekunden bootete, benötigte der baugleiche Laptop mit Harddisk 45 Sekunden. Die 32GB SSD ist jetzt schon für OEMs erhältlich und kostet (bei Grossaufträgen) circa $350. Dies ist, verglichen mit einer normalen Harddisk, natürlich viel Geld jedoch überwiegen meiner Meinung nach die Vorteile eindeutig. Im Sommer will SanDisk bereits eine 64GB Variante vorstellen und bis 2008 sollen es sogar 128GB werden. Dies sind, nicht zuletzt auch für Leute, welche häufig reisen und ihren Laptop einigen Stössen aussetzen, sicherlich gute Nachrichten.
Fazit: SanDisk gibt sich zwar Mühe, coole Produkte zu entwickeln aber mit USB TV und dem V-Mate zielen sie irgendwie am gegenwärtigen Trend zu Drahtlosigkeit vorbei.




























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