CeBIT-Standtour freenet, Teil II und III
Im ersten Teil der freenet-Standtour ging es um das neue Angebot freenetMobile Mail & Surf – BlackBerry Pearl 8100 mit Daten-Flatrate. Hier folgen die anderen beiden Teile.
“IP1″ (sprich: IP-one)
IP1 ist das freenet-Angebot für VoIP-Telefonieren auf dem Handy, zuhaus und unterwegs. Mit einem Nokia N80 IE (steht für Internet Edition), von freenet mit einem Client ausgeliefert (den man auch selbst installieren kann, aber das scheinen sie nicht vielen Leuten zuzutrauen, daher das Bundle).
Man hat also zuhaus einen VoIP-Account von freenet (man muss nicht auch freenet-DSL-Kunde sein, wurde betont) und kann dann mit dem Client mit dem Handy von unterwegs wie von zuhaus per Festnetz telefonieren – wobei die Einsparungen natürlich massiv sind.
Natürlich kann man das freenet-IP1-Setup auch auf jedem SIP-kompatiblen Handy einrichten, von denen es ja immer mehr gibt, aber mit zwei entscheidenden Unterschieden: Erstens ist der Setup nicht ganz ohne, wie ich selbst schon herausfinden durfte, und zweitens muss man natürlich dann immer bewusst sagen, dass man nun mit SIP telefonieren will.
Der Client von IP1 dagegen “hackt” sich so ins N80, dass man ganz normal wählen kann – wenn IP1 via WLAN angemeldet hat, gehen die Anrufe automatisch darüber raus. (Wer es sich ganz genau anschauen will, bitte oben klicken – ich habe den Screenshot dahinter extra gross gelassen; “IP1 aktiv” ist das Icon rechts oben neben der Batterieanzeige: eine Weltkugel mit einem Telefonhörer.)
Das ganze scheint mir eine recht gute Lösung zu sein für alle Leute, die regelmässig in offenen WLANs sitzen, zu denen sie Zugang haben. Zum Beispiel im Büro. Wer in der Firma bereits mit VoIP telefoniert und am Telefon herumkonfigurieren darf, kann sich natürlich seinen privaten SIP-Account auch dort installieren – das dürften in dieser Kombination allerdings die wenigsten sein. Dagegen dürften viele ein für sie offenes, schnelles WLAN haben. Mit IP1 kann man dort prima privat telefonieren, ohne dass es irgendjemand merkt und vielleicht sogar doofe Fragen zur Telefonrechnung stellt. Der Case “Ich bin unterwegs soo oft in WLANs eingeloggt”, der immer hauptsächlich angeführt wird (von freenet am Stand, aber etwa auch von truphone), ist für mich dagegen noch nicht plausibel. Wenn das stimmen würde, brauchte ich keine UMTS-Karte mehr.
Das Foto zeigt einen Anruf vom IP1-N80 (rechts) auf das Handy des Standmitarbeiters. Man sieht die Hannoveraner VoIP-Festnetznummer im Display.
freenet-Standmitarbeiter Florian (glaube ich) liess keine Fragen offen.
DMB
DMB (Digital Multimedia Broadcasting) ist in Deutschland bisher eine eher traurige Geschichte. Eigentlich wäre es, meinem Verständnis nach, das bessere Mobile-TV, weil es eben ein Broadcasting-Standard ist und nicht Punkt-zu-Punkt-Verbindungen macht wie UMTS. Aber ich war letztes Jahr schon bei T-Systems am Start (die in Deutschland DMB-Netze aufgebaut haben), und die konnten sich zwar nicht offen aufregen, aber doch etwas zwischen den Zeilen beklagen über ihre Konzernkollegen von T-Mobile, die leider voll auf UMTS-TV setzen – die Lizenzgebühren müssen halt irgendwie wieder reinkommen.
Daher sehr schön, dass nun freenet ein Angebot hat, das vorerst mal in den Ballungsräumen funktionieren soll. Leider sind bisher nur vier Sender im Angebot: ZDF, N24, Sat.1-Pro7 mobile (ein Zusammenschnitt von Inhalten von Pro7, Sat.1 und Kabel Eins), MTV und irgendein Radio mit Bild. Die drei DMB-Anbieter haben zusammen die Website mit dem albernen Titel watcha.de aufgesetzt, um die PR-Anstrengungen zu bündeln. Toi, toi, toi.
Auch die Handys sind seit letztem Jahr nicht attraktiver geworden. freenet zeigt das Samsung SGH-P900D (siehe oben; gab’s ohne “D” auch schon letztes Jahr) und das LG V9000 (links; noch nicht auf der freenet Website).
Fazit DMB: Es wäre toll, wenn sich das stärker durchsetzen würde. Muss ja nicht der dominante Standard sein, sondern nur populär genug, dass es an vielen Orten verfügbar ist und viele Sender mitmachen. Leider bin ich immer noch skeptisch.

Innovationen versus Attraktionen: etwas traurig, aber auch nichts Neues – ein etwas alberner “Wer-wird-Millionär”-Klon zieht mehr Zuschauer an als alle drei neuen Produkte zusammen
Fazit freenet
freenet, frisch fusioniert mit der ehemaligen Mutter mobilcom, mit neuem Logo/Corporate Design macht einen sehr dynamischen Eindruck. Schön ist vor allem das gut geschulte Messepersonal. Nicht ein einziges Mal hiess es auf unsere Fragen: “Da muss ich erst meinen Kollegen fragen” – sonst ein Satz, den man leider oft zu hören bekommt, wenn man es etwas genauer wissen will. Als Herausforderer achtet freenet offenbar darauf, dass man seine Angebote auch nutzen kann, wenn man zugleich bei anderen Anbietern Kunde bleibt – konträr zum Verhalten der grossen Player, die einen mit Haut und Haaren wollen. Allerdings bedeutet das auch, dass die einzelnen Angebote im Moment noch etwas fragmentiert sind; eine Gesamtvision, wie der Nur-freenet-Kunde kommuniziert, fehlt noch. Aber vielleicht braucht man die auch gar nicht.




















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