CeBIT-Standtour:
Linksys

Damian Amherd, 15. März 2007 18:55 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Linksys, die Firma welche in letzter Zeit vor allem wegen des iPhone-Markenrechtsstreits von sich Reden gemacht hat, präsentiert an der CeBIT einige viel versprechende Produkte.

Gemäss freundlicher Pressedame strebt Linksys den total vernetzten Haushalt an. Insofern stellt die Tochterfirma von Cisco an der CeBIT unter anderem Skype-Telefone, 802.11n Router sowie einen Kiss-Player vor (den letzten seiner Art). Linksys hatte ich eigentlich bislang nur als Firma für reine Netzwerkprodukte wahrgenommen. Was mir am eher kleinen Stand jedoch gezeigt wurde, war wirklich interessant und dürfte auch für den normalen Privatuser nützlich sein.

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CIMG2813Die VoIP-Telefone CIT400 sowie WIP320 sind zwar keine richtige Neuheit mehr, jedoch habe ich sie heute zum ersten Mal live gesehen. Das “iPhone” CIT400 ist, ähnlich wie das VOIP841 von Philips, ein Telefon, das man sowohl an die normale Telefonleitung als auch ans Netzwerk anschliessen kann, was einem normale Telefonate wie auch Skype-Anrufe ermöglicht. Letzteres ist natürlich möglich, ohne einen Computer eingeschaltet zu haben. Eine Augenweide ist das CIT400 ja nicht gerade, jedoch kann es all das, was man von so einem Telefon erwarten würde: eigene Skype-Kontake durchsuchen, Status ändern etc. Lustigerweise ist das UI des CIT400 genau dasselbe wie das UI des Philips VOIP841 - scheinbar wird dieser Teil also von Skype programmiert und nicht von den jeweiligen Herstellern. Mit einem Preis von knapp ?190 ist das CIT400 minimal billiger als das VOIP841 von Philips, jedoch etwas teurer als das Konkurrenzgerät von Netgear (SPH200D). Wie dem auch sei - diese Dual Phones sind eine tolle Sache und werden meiner Meinung nach definitiv den Durchbruch schaffen.

Das andere “neue” VoIP-Phone von Linksys ist das WIP320, welches nur via WLAN funktioniert. Per Knopfdruck kann man sich alle Drahtlosnetzwerke in Reichweite anzeigen lassen und sich natürlich auch gleich in eines einwählen (hier an der CeBIT werden ungefähr 20 verschiedene Netze angezeigt). Dies ist zum Beispiel in den eigenen vier Wänden eine Variante oder auch wenn man sich häufig in der Reichweite von offenen Hotspots befindet (also in den USA). Gemäss PR-Managerin Mélodie Testelin sei das WIP320 “optimal”, wenn zum Beispiel der Sohnemann in ein Ferienlager verreise, da man dann gratis via Skype telefonieren könne. Auf meine Frage hin, ob man denn auch über das normale Handy-Netz telefonieren könne, sagte Mélodie: “No, we don’t do GSM.” Na ja - das muss ja ein ziemlich modernes Ferienlager sein, wenn der Sohn dauernd via Public WLAN erreichbar sein soll… Dass das WIP320 ähnlich ausschaut wie das SPH101 von Netgear, hat Mélodie sofort zugegeben, und als ich sie fragte, wie es denn mit der Akkulaufzeit ausschaue, hat sie gemeint: “Ohh, I don’t know exactly but it’s really good.”

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Für mich persönlich macht es nicht wirklich Sinn, wenn so ein Telefon nur via WLAN läuft. Zur Zeit gibt es einfach noch nicht genug offene Hotspots und da die Akkulaufzeit meiner Meinung nach eh nicht berauschend sein wird, kauft man sich für zu Hause besser ein Schnurlostelefon wie zum Beispiel das CIT400 (unterwegs kann man ja dann immer noch mit einem WLAN-fähigen Smartphone skypen). Das WIP320 soll in circa zwei Monaten auf den Markt kommen, wobei mir jedoch noch kein Preis genannt werden konnte.

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Wer zu Hause ein zügiges WLAN will, wird auf den 802.11n Standard setzen. Auch wenn es sich dabei offiziell immer noch um einen Draft-Standard handelt und die definitive Version erst im April 2009 erwartet wird, lancieren ja alle grossen Hersteller bereits Produkte, welche dem n-Standard entsprechen. Linksys hat hierfür den WRT350N Router im Angebot. Mit diesem Router sind Übertragungsraten von bis zu 600Mbit/s möglich, wobei gemäss Linksys in Realität wohl eher 200Mbit drinliegen. Der Clou am WRT350N ist aber nicht die gefährlich ausschauende Antennenkombination sondern die Möglichkeit, via USB eine Festplatte (oder irgendein anderes Speichermedium) anzuhängen. Für jeden User im Netzwerk kann man dann verschiedene Rechte (nur lesen, lesen/schreiben) definieren, was sowohl für kleine Büros wie auch für Familien oder Studenten-WGs sicherlich eine flotte Sache ist.

CIMG2817Richtig cool wird’s aber erst, wenn man einen Kiss 1600 besitzt (irgendwie habe ich verpasst, dass Linksys Kiss aufgekauft hat). Der Netzwerk-Mediaplayer kann via WLAN die Daten von der am Netzwerk angeschlossenen Festplatte streamen und so auf dem Fernseher darstellen. Interessanterweise kann der Kiss 1600 Filme in HD-Qualität wiedergeben, obwohl er “nur” via 802.11g (also maximal 54MBit/s) eine Verbindung aufbaut. Trotzdem, da sich der Kiss 1600 sowohl mit MPEGs als auch mit DIVXs und XVIDs versteht, sollte dem Videovergnügen nichts mehr im Weg stehen. Natürlich kann er auch DVDs wiedergeben und sie auch auf 720p upscalen, aber dies kann gemäss Mélodie heute ja jeder DVD-Player für ?30. Für den Kiss 1600 muss man dann doch etwas mehr hinlegen: ?300 wird das Teil kosten und soll ab April erhältlich sein. Gegen Ende Jahr wird Linksys die Marke Kiss jedoch nicht mehr separat weiterführen und Produkte dieser Linie fortan auch unter der Brand Linksys verkaufen. Ende Jahr soll dann auch das Nachfolgemodell des Kiss 1600 folgen, welches auch einen HD-Recorder integriert haben soll.

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass Linksys nun auch Powerline-Produkte anbietet, welche es ermöglichen, zu Hause Daten über das Stromnetz auszutauschen. Dies ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn man in einem mehrstöckigen Haus mit dicken Betonwänden wohnt. Ein Powerline Adapterkit (PLK200) enthält zwei Ethernet-Adapter und soll ?229 kosten.

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Der total vernetzte Haushalt kann also durchaus bereits Realität sein. Wenn man bereit ist, etwas Geld zu investieren, kann man sich mit den Produkten von Linksys (natürlich nicht nur mit denen) ein recht hübsches Setup zusammenbasteln. Fazit dieser Standtour: Auch wenn Linksys nicht den grössten Stand hat, haben sie doch einige interessante Produkte auf Lager, welcher vor allem zu einer Gesamtlösung integriert werden können.

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