Mutter stirbt an Wasservergiftung - im Spiel um eine Wii
Tragisches Ende eines dümmlichen Radio-Wettbewerbs in Kalifornien: “Hold your wee for a Wii” führt zum Tod einer 28jährigen Frau.
“Stellt sicher, dass er die Erklärung unterschrieben hat”, lachten die Disc-Jockeyes der Morgensendung von KDND-FM, nachdem ein anderer vermeldete hatte: “Einer unserer Kandidaten stirbt wohl demnächst.” Die Kandidaten hatten sich bereit erklärt, im Wettstreit um eine Wii-Videokonsole möglichst viel Wasser zu trinken, ohne zur Toilette zu gehen.
Als die Finalisten, ein Mann und Jennifer Strange, 28jährige Mutter dreier Kinder, aus dem “Wettbewerbslokal” fürs Finale ins Studio gebracht wurden, hatten die Diskjockeys des Senders bereits einen Anruf einer Hörerin erhalten, die vor den ernsthaften Folgen für die Teilnehmer warnte und auf einen Fall von vor einigen Jahren aufmerksam machte, bei dem ein junger Mann an Wasservergiftung gestorben war. “Das ist uns klar”, hatte ihr einer der Moderatoren am Mikrofon erklärt, “deshalb mussten ja alle Teilnehmer schriftlich die verantwortung übernehmen.” Das sollte ein Scherz sein.
Jennifer Strange verlor den Wettbewerb und begab sich unter Tränen nach Hause, von wo aus sie ihren Arbeitgeber informierte, unter schrecklichen Kopfschmerzen zu leiden.
Stunden später wurde sie tot in ihrer Wohnung gefunden. Laut Autopsiebericht soll sie an den Folgen des exzessiven Wasserkonsums gestorben sein: Dabei kann gemäss Medienberichten die Elektrolyt-Balance des Körpers dermassen gestört werden, dass es zum Kollaps und zu Hirnschädigungen - oder eben zum Tod kommen kann.
Jetzt lacht niemand mehr beim Radiosender KDND. Und die Betroffenheit ist nicht nur emotional: Das Sheriff’s Office von Sacramento hat erklärt, über genügend Hinweise für eine Untersuchung gegen die Radioleute zu verfügen. Zunächst hatte es nämlich geheissen, da die Teilnehmer des Wettbewerbs freiwillig mitspielten, treffe sie die ganze Verantwortung. Inzwischen hat der Staatsanwalt aber offenbar seine Meinung geädert, nachdem er die Aufnahmen der Sendung gehört hat: Nicht nur die telefonischen Hinweise auf die Gefahren aus der Hörerschaft, sondern auch die Tatsache, dass die Moderatoren sich über die Leiden der Teilnehmer lustig machten und das beschrieben, was im Nachhinein als erste Vergiftungsanzeichen erscheinen, haben ihn stutzig gemacht.
[via SFGATE]
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6 Kommentare zu diesem Artikel
1 Trackback
- Mutter stirbt an Wasservergiftung bei Spiel um Wii « LifeReport
(15. Mai 2007 19:22)
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nik-trendscout
uuups…. das ging ja ganz schön daneben! Was Menschen alles für ein wii tun ist schon unglaublich.
Hab mich kurz schlau gemacht über Hyperhydration (zu viel Flüssigkeit zu wenig Salze). Sind Salze nicht auch ein Bestandteil des Trinkwassers? Wie kann dann ein Salzmangel herschen? Oder sind das andere Salze, die mit dem nichts zu tun haben?
Weiss da jemand Bescheid? Würde mich interessieren.
Gruz
Nik trendscout
Peter Sennhauser
Nachtrag: Der Sender hat inzwischen zehn (!) Mitarbeiter entlassen, darunter die drei Moderatoren der Morgensendung. Die Behörden sehen von einer Strafverfolgung ab, aber die Familie klagt gegen die Verantwortlichen (wie in den USA üblich).
@Nik: Den hiesigen lokalen medienberichten gemäss ist das Problem in erster Linie das Tempo, mit dem das Wasser aufgenommen wird. Die Salzkonzentration ist weder in Hahnen- noch in Flaschenwasser hoch genug (oder richtig oder was immer - deswegen gibts ja die neuen isotonischen Drinks, die dem Körper die Arbeit zur Anreicherung der Flüssigkeit ersparen (und dass destilliertes, also hochreines Wasser gefährlich ist, wissen wir alle).
Eine zu hohe Dosierung von Frischwasser führt demnach im Körper zu einer osmotischen Anreicherung der Flüssigkeit in den Zellen, und grade im Kopf, der den Hirnzellen keinen Platz zum Anschwellen bietet, ist das nicht besonders bekömmlich.
nik-trendscout
Ich möchte nicht in deren Haut stecken! Mit Sicherheit werden die noch über Millionenbeträge verklagt, so wie es in den USA üblich ist.
Danke Peter für deine Erläuterungen, so wurde ich auch heute wieder ein wenig schlauer.
stega
ist krass, was menschen alles für eine WII in Kauf nehmen - und wie leichtsinnig und “mit Scherzen” man gegen alle Warnungen seinen “Jucks” durchzieht - hinterher die Auswirkungen und Folgen überhaupt nicht in Betracht ziehend.
mds
Destilliertes Wasser ist nicht gefährlich, jedenfalls nicht gefährlicher als gewöhnliches Trinkwasser ? sowohl bei destilliertem als auch bei gewöhnlichem Trinkwasser ist die Menge tödlich; ob das Wasser nun destilliert ist oder nicht, kann man im Ergebnis ignorieren.
Andre
beim trinken von destilliertem wasser in üblichen mengen brauch man keine gesundheitlichen risiken befürchrten, bei übermäßigem konsum schon, da ist die gefahr einer wasservergiftung schon sehr hoch, is aber mit dem normalem wasser nicht anders.
allerdings besteht akute gefahr für den körper wenn destilliertes wasser direkt ins blut gespritzt wird, das führt dann meistens zum tod, da die körperzellen zerplatzen.