Bluewin TV:
am Vorabend der Installation
(Für Nicht-Schweizer und andere Uneingeweihte: “Bluewin TV” ist das IPTV-Angebot von Swisscom Fixnet, siehe Infos auf der einen und auf der anderen Website. Bluewin TV ist sei etwa zwei Jahren angekündigt, verzögerte sich aber mehrfach wegen technischer Probleme. Zum 1. November wurde Bluewin TV offiziell lanciert; die ersten Anschlüsse werden seit dem 13.11. live geschaltet.)
Ich wäre gern auch der erste gewesen, so wie Huwi. Aber es ging nicht schneller. Kurz die bisherigen Stationen:
Schritt 1 (seit Anfang November)
Habe mehrfach versucht, online zu bestellen. Immer kam eine Fehlermeldung; ich solle bitte beim Call Center anrufen. Dazu hatte ich jeweils keine Zeit.
Schritt 2 (8.11.)
Ich schaffe es endlich, beim Call Center anzurufen. Huch, die Fehlermeldung hiess: “Kunde ist nicht solvent.” :-) Ich hatte schon vor Monaten die Swisscom-Rechnung auf E-Rechnung/PayNet umgestellt, dabei aber die Rechnung vergessen, die ich schon zuhaus rumliegen hatte. Ähem.
Lustig, wie der Call-Center-Mitarbeiter damit umgeht. Ich sage zu ihm: “Das stimmt nicht, ich bin solvent, die Rechnung war auch nur gering und ist inzwischen bezahlt.” Er: “Ach so, na dann ist ja alles klar.” Vertrauensland Schweiz…
Am längsten dauert es, bis ich mich für einen Tag entscheiden kannm, an dem das Signal von ADSL auf VDSL umgestellt wird. An diesem Tag stöpselt ein Techie was in der lokalen Verteilstation um. Ich habe den 13., 14., 17. und 20.11. zur Auswahl. Ich überlege hin und her, welcher Tag zuhaus den wenigsten Stress verursachen wird und entscheide mich dreimal um. Am Ende wähle ich den 14.11.
Der Mitarbeiter beschreibt mir grob den weiteren Ablauf: Swisscom schicken mir das VDSL-Modem. Auf keinen Fall soll ich das Modem schon vorher anschliessen, sondern ich warte bis zum besagten 14., bzw. bis das Internet via ADSL nicht mehr läuft. Dann erst stöpsle ich um. Genauer können sie es mir auch nicht sagen.
Schritt 3 (10.11.)
Das VDSL-Modem kommt. Ich rühre es brav nicht an. Papierkram kommt auch irgendwann. Ich schicke ihn brav unterschrieben zurück.
Schritt 4 (14.11.)
Tag der Umstellung – und ich bin abends nicht zuhaus. Habe doch den falschen Tag genommen. In aller Herrgottsfrühe versuche ich, alles frauensicher vorzubereiten so vorzubereiten, dass das Umstecken möglichst keine Hürde mehr darstellt.

Alt/ADSL (unten) und neu/VDSL (oben): Man muss wirklich nur eine Etage höher am selben Ort einstöpseln
Am Abend ist tatsächlich das Internet wie vorgesehen weg, aber aller telefonischer Fernsupport hilft nichts, das neue VDSL-Modem macht laut Auskunft der Umstöpslerin keinen Mucks (Schweizerisch: keinen “Wank”). Ich glaube es zum Glück und mache keine lästerlichen Bemerkungen.
Schritt 5 (15.11.)
Am nächsten Abend: Das neue VDSL-Modem macht auch bei mir keinen Mucks. Nichts. Keine einzige LED leuchtet. Ich gebe auf und lasse ein ein paar Stunden liegen. Bei der nächsten Bastelrunde fällt mir ein Knacken am Netzteil auf. Ein wüster Wackelkontakt. Aber nicht so einer, bei dem es manchmal nicht funktioniert, sondern bei dem es in 90% der Stellungen nicht funktioniert und nur bei komisch Hinlegen und Beschweren der Kabel mit allen möglichen Gegenständen mal ein Kontakt zustande kommt. Trotzdem, irgendwann geht’s, und sofort sind alle PCs online, inkl. WLAN (unverschlüsselt).
Da es 21.50 Uhr ist und das Call Center bis zehn Betrieb hat, rufe ich schnell an. Hab einen sehr kompetenten Herrn erwischt. Er sagt, das mit dem Netzteil sei ein bekanntes Problem, sie schicken mir sofort ein ganzes, neues VDSL-Modem zu (damit hatte ich schon gerechnet, dass sie nicht nur ein Netzteil schicken können – SAP lässt grüssen). Ich antworte, OK, dann schicke ich das andere Modem zurück, darauf er: “Nee, müssen Sie nicht. Wenn das Modem defekt ist, erfassen wir es als defekt, sie können das alte behalten.” Ich staune, aber er meint, das sei so. Offenbar will Swisscom am Anfang auf Nummer sicher gehen, was Kundenzufriedenheit angeht. Mir soll’s recht sein.
Wann nun der Installateur installieren kommt, kann er mir nicht mehr sagen; “wir sind überrannt worden und haben im Moment 2000 pendente Installationen in der Pipeline”, und: “die Systeme werden schon um halb zehn runtergefahren”. Na ja, wir sind ja schon weit gekommen für 21.50 Uhr.
Ich verschlüssle noch schnell das WLAN. Da die Firmware des Modems identisch ist mit der des alten ADSL-Modems, mit der ich schon viele schöne Stunden verbracht habe, dauert das nur zehn Minuten. Die WLAN-Clients inkl. des E61 connecten danach, als wäre nie etwas gewesen.
Schritt 6 (20.11.)
Das Swisscom-Fixnet-Call-Center ruft mich abends um halb sieben im Bus auf dem Handy an. Ich kriege das Handy nicht schnell genug aus der Tasche genestelt und rufe zurück. Natürlich habe ich eine andere Person dran, die mir aber nach Bekanntgabe meiner Festnetznummer sofort genauso weiterhelfen kann. Ich LIEBE gut organisierte Call Center!
Die Dame stellt mir fünf Fragen: Ist das Modem schon eingetroffen? Ja. Haben Sie es schon installiert? Ja. Stimmt es, dass Sie nur einen Fernseher anschliessen wollen? Ja. Sind Telefonanschluss und Kabelanschluss im selben Raum? Ja. Sind die Anschlüsse mit Möbeln zugestellt oder frei zugänglich? Denken Sie, ich bin doof oder was? Ja, sind alle frei zugänglich. Haben Sie Ihre Zugangsdaten für das Swisscom-Fixnet-Kundencenter parat? Ja, habe ich. Was Sie nicht fragt: Sind Telefonanschluss und Kabelanschluss in derselben Ecke des Raumes? Sind sie nämlich nicht, sondern es sind fünf Meter Luftlinie dazwischen, schräg durch den Raum, und ich bin gespannt, wie die überbrückt werden, mit einem Kabel quer über den Boden wohl nicht.
Dann meint sie, sie wolle mir “einen ungewöhnlichen Vorschlag machen: Geht Ihnen morgen früh um acht?” Sie findet das ungewöhnlich, weil es so kurzfristig ist, finde ich heraus. Nee, nehme ich, ich muss nur möglichst bald in Zürich sein. Das könne sie nicht garantieren, es dauere normalerweise drei Stunden. Aber wie ich ja schon bei Huwi gelesen habe, dauert es in Wirklichkeit nur eine halbe Stunde, wenn alles andere schon fertig ist.
Also. Bis morgen früh.
Tags: Bluewin, Swisscom Fixnet, Bluewin-TV, IPTV















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Hallo Peter
Na dann, viel Glück morgen! (Bei meinem Chef läufts immer noch nicht… und alle rätseln, woran es liegen kann: Swisscom-Techniker, Bluewin-Techniker, Monteur, Chef.) Ich hoffe für Dich, bei mir war dieser reibungslose Verlauf keine Ausnahme. :-)
Viele Grüsse
Huwi
Danke. Ich hatte ja schon den Trouble mit dem Netzteil, jetzt bin ich wieder dran mit “alles problemlos”.
Wieso sollte Swisscom ein defektes Modem zurücknehmen? Allein der Aufwand… da es ist doch viel einfacher, die fachgerechte Entsorgung dem Kunden zu überlassen.
Erstaunlich, dass es Cablecom nicht so hält, aber die können ja sowieso nicht rechnen… :->
Es ist ja eben nicht kaputt, sondern nur das Netzteil – vielleicht sogar nur das Kabel für 50 Cent.
Wir werden es bei Zeix einer neuen Verwertung zuführen mit ADSL bzw. VDSL-Fallback, falls unser SDSL mal aussteigt.
Mit sehr grossem Interesse verfolge ich die Thematik. Leider weil ich zur Zeit nur Negatives in Sachen bluewin tv erlebe. Bei mir hat (sollte) die Umstellung von ADSL auf VDSL am letzten Freitag stattfinden. Das Ausschalten des ADSL-Signal hat auch funktioniert, leider aber nicht mit dem Aufschalten des VDSL-Signals. Nun gut, meine täglichen Anrufe wurden nach Wartezeiten meisten 15 bis 25 Minuten auch tatsächlich entgegengenommen. Auf freundliche Art und Weise hat man mir erklärt, dass bereits ein Ticket eröffnet sei und die Erledigung des Problems nur eine Frage der Zeit sei. In der Zwischenzeit sind 6 Tage vergangen und Internet = Fehlanzeige! In der Zwischenzeit hat mich am Montag die Swisscom angerufen und einen Termin für die Aufschaltung von Bluewin TV vereinbart. Ich habe die Dame ebenfalls über mein Problem informiert und sie hat mir versichert, dass spätestens am Donnerstag alles laufen werde. Dem Support von Bluewin hab ich dann diese Info natürlich auch zukommen lassen mit der Bitte, dass man mein Problem vom fehlenden DSL Signal doch trotzdem zeitnah lösen möge. Selbstverständlich hat man mir das auch bestätig. Und tatsächlich, heute morgen ruft mich ein Techniker an und teilt mir mit, dass er sich um die Lösung des Problems kümmere. Er werde sich wieder melden. Gesagt getan, er meldet sich tatsächlich wieder und fragt mich, ob ich Bluewin TV bestellt habe??!! Ich wundere mich, selbstverständlich habe ich Bluewin TV bestellt, sonst hätte ich ja gar kein Problem, denn ADSL hat einwandfrei funktioniert. Nun stelle man sich vor, der Techniker teilt mir nun mit, dass er nur für ADSL-Probleme geschult bzw. ausgerüstet sei und dem Ticket könne er entnehmen, dass sich der Techniker von Bluewin TV ja dann spätestens morgen um das Problem kümmere. Ich glaub ich bin im falschen Film…;_))
Hallo Peter, das hört sich ja wirklich schlimm an. Ich kann nur sagen, bei mir war bis auf den Wackler am Modem alles easy.
Hallo Peter
Mich würde noch interessieren, wie die fünt Meter quer duch den Raum überbrückt wurden. Habe nämlich ein ähnliches Problem.
Viele Grüsse
Marco
Hallo Marco
Hast Du den Folgebeitrag Bluewin TV läuft – Impressionen von der Installation auch gelesen?
Ich habe erlaubt, dass sie das ADSL-Modem verschieben. Nun steht das Modem beim Fernseher, und der Computer meiner Freundin ist per WLAN am Netz (vorher mit Kabel). Dafür hängt die Settop-Box direkt am Modem.
In der Sonntagszeitung war vor einigen Wochen ein Artikel, wo es anders lief – dort musste der Servicetechniker ein LAN-Kabel ziehen.