Auspacken:
Der 100-Dollar PC läuft!
Quanta hat die ersten zehn Exemplare des OLPC ausgeliefert.
Wow. Vor etwas weniger als einem Monat hatte ich das Vergnügen, das definitive Modell für den 100-Dollar-PC oder OLPC (One Laptop Per Child) in Händen zu halten – und jetzt sind die ersten zehn Stück davon produziert und ausgeliefert. Mich hat schon das Design des Winzlings (siehe Bild über den Grössenvergleich weiter unten) überzeugt. Verantwortlich dafür zeichnet der Schweizer Yves Behar, der mit seiner Firma Fuseproject in den USA zum Superstar avanciert ist und mir im September das Modell vorgeführt und zugleich seinen Standpunkt zu dem Projekt erläutert hat: «Es geht hier nicht um Technik. es geht um Würde.» Der kleine Tausendsassa von Computer, dessen Technik in vielen Belangen einzigartig ist, soll die Kinder in den ärmeren Gegenden der Welt ermächtigen, an der digitalen Revolution teilzunehmen, Zugang zu Wissen zu haben, zu lernen und mit andern zu kommunizieren. «Und ganz einfach den Stolz zu verspüren, ein solches Stück Hightech besitzen und anwenden zu können», sagt Yves.
Yves Behar (Bild) ist überzeugt, dass das Gerät ein Erfolg wird. Er hat dem Rechner ein Design verpasst, das in sämtlichen Details mindestens zwei Funktionalitäten aufweist und möglichst wenig auf technische Vorgaben aus den herkömmlichen Rechnern geachtet: «Als Industriedesigner arbeite ich normalerweise für ein Publikum von vielleicht zwei Milliarden Menschen. Dieses Projekt ist für die andern fünf Milliarden, und es gibt keinen Grund, alte Fehler zu wiederholen.» Und noch viel weniger, auf Qualität zu verzichten: «Qualität erkennen die Menschen rund um die Erde, ob sie in ärmsten Verhältnissen oder in Luxus aufgewachsen sind.»
Der OLPC des Visionärs Nicholas Negroponte verfügt über Webcam, Mikrofon und Lautsprecher, Wifi mit vierfacher Reichweite (Antennen in den «Hasenohren») und Peer-To-Peer-Netzwerkfunktion auch in ausgeschaltetem Zustand, ein Touchpad, das sich umschalten lässt zur Schreibfläche von voller Gehäusebreite; der Bildschirm kann Tablett-PC-mässig umgeklappt werden (ist aber nicht berührungsempfindlich), er verfügt über einen Farb- und einen extrem hochkontrastigen schwarzweiss-Modus. Die Batterielaufzeit dürfte den Neid vieler Notebook-Besitzer wecken, denn der Winzling weist keine mechanischen Teile wie eine Harddisk auf. Als Speicher dienen eingebaute 512 MB Flash, ein Einschub für SD-Karten und – für die Daten der Benutzer – das Internet oder ein Server pro Dorf.
Ob unsereiner je einen OLPC besitzen wird, ist fraglich, denn er wird nur in Stückzahlen von mindestens einer Million an Regierungen verkauft, die ihn den Kindern darauf hin zur Verfügung stellen sollen.
Die ganze Serie aufgeregter Auspack-Bilder gibt’s auf der Homepage von OLPC.





















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