Archos 604 im Test – Teil 2:
Reality Check
Im ersten Teil haben wir uns die technischen Daten des Archos 604 Multimedia Players angeschaut. Nun testen wir ihn im alltäglichen Gebrauch.
Um alle Funktionen des Archos 604 in Anspruch nehmen zu können, muss man zuerst Daten auf das Gerät übertragen. Dies geschieht mit dem mitgelieferten USB Kabel (2.0). Steckt man den Archos 604 im laufendem Betrieb in den Computer ein, hat man 3 Optionen zur Auswahl:

“externe Festplatte” heisst, dass der Archos 604 in Windows wie ein Laufwerk behandelt wird. Man kann Dateien einfach via Drag&Drop in die Ordner auf dem Gerät ziehen. Da bei dieser Tranfermethode bei Video- und Soundfiles Probleme entstehen können, empfiehlt es sich, solche Files (oder eigentlich am besten alle Dateitypen ausser PDFs) mit dem Windows Media Player und der Funktion “als tragbares Mediengerät” zu übertragen. Wählt man in obigem Menu die unterste Option, wird der Multimedia Player bloss aufgeladen.
In unserem Test haben wir zuerst zwei PDFs mittels der Option “als externe Festplatte” auf den Archos 604 übertragen. Sobald man diese Auswahl mit dem OK-Button bestätigt hat, erkennt Windows den Player als Laufwerk und bietet die üblichen Optionen zur Auswahl an:

Die beiden Dokumente ziehen wir dann einfach in das Fenster. Man könnte sie, wie eigentlich von Archos geplant, in den Ordner “Data” ziehen. Wir wollen aber schauen, ob der Archos 604 auch mit verirrten Files zurechtkommt und belassen die beiden PDFs einfach im Root-Folder.
Nun stecken wir das Kabel aus, stecken es wieder ein und wählen die Option “tragbarer Medienplayer”. Als Test-Files dienen uns ein XVID-Film (Loose Change) und zwei MP3-Files (Schlusssatz aus der 4. Symphonie von Anton Bruckner und Breakdown von Jack Johnson). Diese übertragen wir mit der Sync-Funktion des Windows Media Players.
Die Datenübertragung geschieht überraschend schnell. Für die drei Files mit circa 700MB benötigte der Archos 604 eine gute Minute. Nun haben wir genügend Files auf dem Player um seine Alltagstauglichkeit zu testen.

Sobald man das USB-Kabel auszieht, aktualisiert der Archos die Bibliothek, was bloss einige Sekunden dauert.
Über das Menu gelangt man dann in die Musikwiedergabe-Funktion, wo die Soundfiles nach Interpret, Album, Titel, Genre und Jahr sortiert sind. Ferner kann man auch auf Playlisten zugreifen. Mit den Pfeiltasten und dem OK-Button finden wir problemlos unter dem Genre “Classical” die 4. Symphonie und können uns diese anhören. Im Allgemeinen ist der Klang gut, die Bässe kommen aber etwas zu kurz. Während der Musikwiedergabe kann man den Klang und einige Wiedergabeoptionen optimieren. Die etwas umständlich gestaltete Menuführung ist dabei aber alles andere als intuitiv ausgelegt.
Die eigentliche Stärke des Archos 604 soll ja auch nicht die Musikwiedergabe (für die wäre ein 4.3 Zoll TFT-Display ja schon etwas schade) sondern die Filmwiedergabe sein. In Sachen Qualität gibt es hier nichts zu meckern. “Loose Change” (XVID) spielte der Archos 604 problemlos ab. Jedoch ist es so, dass es bei gewissen Formaten Probleme geben kann. Filme im MPEG4-Format mit einer MP2-Soundspur wollte der Archos z.B. nur mit einem Plugin abspielen, welches man von der Homepage hätte herunterladen können, dort aber nicht verfügbar war. Auch bei der Videowiedergabe stehen einige Optionen zur Verfügung, jedoch kann man Filmen keine Untertiteldatei hinzufügen.

Richtig cool, würde die Videowiedergabe, wenn man mit dem Dock Fernsehsendungen aufnehmen würde. Leider hatten wir gerade keines zur Verfügung, aber wenn man morgens im Zug die neuste Folge von Desperate Housewives oder Grey’s Anatomy schauen kann, ist dies sicherlich unterhaltsamer als Musik zu hören oder die Zeitung zu lesen. Nützlich ist sicherlich auch das kleine Standbein, welches man auf der Rückseite des Archos 604 ausklappen kann. Damit ist es kein Problem, den Player auf einem Tisch abzustellen und die Videos so zu geniessen.

Ein kleines Special Feature ist die Möglichkeit, PDFs auf dem Archos 604 zu lesen. So kann man Dokumente auch “on the go” anschauen. Dank einer Zoom-Funktion ist es auch kein Problem, Grafiken etc. im Detail anzuschauen. Je nach Grösse des Files dauert es jedoch einige Sekunden bis eine neue Seite geladen ist. Rasch ein PDF durchblättern liegt somit also nicht drin. Unsere beiden PDFs wurden vom Archos ohne Probleme entdeckt und die Schrift war gut lesbar.
Ein weitere Funktion, welche der Archos 604 auf Lager hat, ist die Foto-Diashow. Fotos im JPEG, PNG und BMP Format können auf dem Display angezeigt werden, bei Bedarf kann man auch in das Bild hineinzoomen. Auch hier überzeugt das Display mit tollen Farben und einer gestochen scharfen Darstellung.

So viel zur Alltagstauglichkeit des Archos 604. Im dritten und letzten Post zu diesem Thema ziehen wir Bilanz und schauen, für wen sich die Anschaffung eines Archos 604 lohnen könnte.
K55 – der MP3-Shop in Zürich hat uns den Archos 604 freundlichweise zur Verfügung gestellt. Der Multimedia Player ist dort für CHF 529.- erhältlich.
Weiterführende Links:
Teil 1 des Tests
Teil 3 des Tests























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