Road, der “handyPC” aus Deutschland
Völlig versteckt am Voice-over-IP-Stand (”damit haben wir überhaupt nichts zu tun”) entdecken wir ein kleines Messe-Juwel. Den handyPC S101 der Berliner Firma Road mit seinem Entwickler Hans Constin.
Der handyPC wäre der der einzige “Mitbewerber” in der Klasse des Nokia Communicators (aussen klassisches Handy, dann längs aufklappbar, breites Quer-Display mit Quer-Tastatur darunter), wenn er denn schon in Masse gefertigt würde. Bisher wurden nur Built-to-order-Kleinserien für einige Firmen gefertigt, deswegen ist auch alles “nach Industrie-Standard” umgesetzt, wie Constin mehrfach betont, was auch immer das genau heisst.

Seelenverwandte, aber ungleiche Brüder: Road handyPC S101 und Nokia Communicator 9500
Der handyPC sieht zugeklappt aus wie ein etwa zehn Jahre altes Handy (mit etwas besser aufgelöstem Display). Er ist nicht leicht, aber fast exakt gleich schwer wie der Communicator (230 g).
Damals, 1995, hat Constin schon das US-Patent angemeldet - muss schon ein bisschen visionär gewesen sein, damals hatte ich gerade mein erstes Handy, und das konnte nur smsen, und die meisten Standards, mit denen das Gerät arbeitet, deutlich jünger -, das er mit am Stand hat und auch stolz vorzeigt. Trotz dieses langen Vorlaufs hat der handyPC alle modernen Features, wie GSM Triband, WLAN, EDGE, Bluetooth, USB - nur UMTS fehlt, was nächstes Jahr kommt, wobei Constin betont, man könne das entsprechende Modul dann austauschen. (Vielleicht heisst das “Industrie-Standard”? Dass nicht alles in einem Teil zusammengeklebt aus der Maschine kommt, so dass man praktisch nichts mehr reparieren kann?)
Die Oberfläche des Linus-OS und die Applikation machen alle eine nicht sehr gestyleten, aber soliden und benutzbaren Eindruck.
Einstiegsscreen, Tab “Applications”
Applikation “PhoneTool” (im Modus aufgeklappt, “draussen” kann man natürlich auch schon telefonieren)
Applikation “Messages”, vulgo Mail
Applikation “Browser”
Constin kann gar nicht aufhören zu erzählen von den vielen Features, die er sich im Laufe der Jahre ausgedacht hat. Der handyPC ist zum Beispiel “always on”, und jeder Eintrag, z.B. ein Termin, wird in wenigen Minuten mit dem Server sychronisiert. Wenn man das Gerät verliert, hat man eine komplette Replik der Daten auf dem Server, die man einfach auf das neue ziehen kann. Auch eine “Fernsteuerung” für den heimischen PC (sowas wie GoToMyPC via PDA) hat er eingerichtet.
Detaillierte Featureliste und viele Screenshots hier.
Am Ende natürlich die Frage nach dem Preis, von der ich nicht weiss, ob sie überhaupt in einem Wort zu beantworten ist. Doch: ca. 1200 Euro. Natürlich zackig, aber wie soll’s auch anders sein.
Fazit: Der handyPC macht einen super durchdachten Eindruck (würde ihn gern mal einige Wochen testen, aber sowas traut man sich natürlich anders als bei nokia gar nicht zu fragen), und man würde der Firma nicht nur aus Startup-Sympathie wünschen, dass es nochmal zur Grossserie kommt. Allerdings habe ich da trotz allem meine Zweifel.
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3 Kommentare zu diesem Artikel
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rogerio
Tönt sehr interessant, auch für mich als “klassischen Communicator-User” - das Design ist aber definitiv nicht “state-of-the-art”. Denke nicht, dass ich mich mit dem Ding in meinem Umfeld (Kommunikationsbranche) blicken lassen wollte…
Peter Hogenkamp
Rogerio, alter Werbefuzzi! So eine blöde Ausrede habe ich ja noch nie gehört. :-) Wer nicht zu seinem Handy stehen kann, der hat auch kein gutes verdient, sondern kann sich gleich ein Chocolate kaufen.
rogerio
Ah, jetzt weiss ich, wieso Du ein Chocolate hast (oder war das nur testweise)!