Nokia E61 im Test, Teil 2:
Die Ausstattung
Link: Erster Teil des Tests
Das Nokia E61 hat zwar wie schon beschrieben keine eingebaute Kamera, dafür sonst so ziemlich jedes Ausstattungsmerkmal, das man sich von einem modernen Smartphone wünschen kann.
Da ist zunächst mal die Vielzahl der Verbindungsmöglichkeiten: Das E61 funkt über GSM (Quadband), GPRS, EDGE, HSCSD, UMTS, WLAN und Bluetooth 1.2. Dazu gibt es Infrarot und natürlich eine USB-Schnittstelle. Bemerkenswert sind auch die Telefoniefeatures: Bereits eingebaut sind Push-to-Talk (das leider noch längst nicht bei allen Netzwerken verfügbar ist) und Internet-Telefonie per SIP. Letzteres ist zwar ein schön offener Standard, aber die Konfiguration dürfte für Nicht-Experten eher schwierig sein. Aber Nokia hat mit dem E61 ja primär den Firmenmarkt im Auge, wo Voice-over-IP per SIP, beispielsweise auf dem Firmengelände, zunehmend beliebter wird.
Speichermässig bietet das E61 eingebaute 75 MB, die mit einer MiniSD-Karte erweitert werden können. Die Akkulaufzeiten sind (laut Hersteller) für ein Smartphone sehr grosszügig bemessen: bis zu 17 Tage Standby sollen möglich sein, bei regelmässigem WLAN-Einsatz sollen immer noch bis zu 9 Tage möglich sein. Wir werden diese Behauptungen in unserem weiteren Testverlauf natürlich genau überprüfen.
Negativ an der Hardware fällt auf, dass Nokia immer noch seine proprietären Stecker fürs Zubehör verwendet. Die Hersteller vor allem im Windows-Mobile-Bereich sind inzwischen zum Mini-USB-Standard übergelaufen, aber bei Nokia will man wohl lieber das eigene teure Zubehör verkaufen. Negativ auch, dass sich das Handy nicht per USB-Schnittstelle laden lässt. Auf Reisen muss man also weiterhin den Netzadapter mitschleppen, was gerade angesichts der angestrebten Zielgruppe der mobilen Professionals nur schwer verständlich ist.

Bei der Tastatur hat man den angenehmen Eindruck, dass sich endlich mal jemand wirklich darüber Gedanken gemacht hat, wie ein gutes “Thumboard” aussehen soll. Die Tasten sind, obwohl klein und rechteckig, sehr gut zu treffen, das taktile Feedback ist deutlich. Insbesondere das Layout der Tastatur ist überdurchschnittlich gut: Die Tasten sind ungefähr dort, wo man sie erwartet, und man hat glücklicherweise nicht die Fehler einiger Konkurrenten wiederholt, die häufig verwendete Interpunktionszeichen auf irgendwelche wirren Funktionstasten-Kombinationen legen. Insgesamt ist die Tastatur derjenigen der besten BlackBerry-Modelle ebenbürtig und deutlich besser als diejenigen der aktuellen Treo- und Qtek-Konkurrenzmodelle. Einziger erwähnenswerter Nachteil ist die (automatisch bei Dunkelheit zugeschaltete) Tastaturbeleuchtung, die etwas heller sein könnte.
Die Softwareaussstattung ist reichhaltig. Als Betriebssystem wird Symbian in der neusten Version 9.1 verwendet, und darauf setzt Nokias erfolgreiche Benutzeroberfläche Series 60 auf. Mitgeliefert werden die üblichen Organizer-Programme (Kalender, Kontakte, Rechner, Notizen usw.) sowie auch einige Multimedia-Applikationen: Vorinstalliert sind ein Real Player für Video, ein Musikplayer, ein Flash-Player und eine Verwaltungsapplikation für allerlei Medien. Ein leistungsfähiger Webbrowser (dazu in der nächsten Folge unseres Tests mehr) rundet die Palette ab.
Bemerkenswert ist, dass das E61 ausserdem mit einer vorinstallierten Navigationssoftware kommt. Per Bluetooth kann das Smartphone zu einem GPS-Empfänger Verbindung aufnehmen und dient dann direkt aus der Schachtel als Navigationsgerät. Auch Sprachein- und -ausgabe sind bereits eingebaut. Beispielsweise kann das E61 den Namen des anrufenden Teilnehmers vorlesen, wenn das Telefon klingelt.
Im Vordergrund stehen bei einem Businessgerät wie dem E61 aber natürlich Kommunikation und Produktivität. Als E-Mail-Client verwendet Nokia seine bekannte Standardapplikation, die SMS, MMS, POP3 und IMAP4 beherrscht. Natürlich werden problemlos auch mehrere Mailadressen unterstützt.
Für den Businessbereich interessanter ist aber, dass Nokia gleich mehrere mögliche Applikationen für Wireless E-Mail anbietet. Kürzlich hat Nokia die Firma Intellisync gekauft und versucht nun deren eigene Lösung zu pushen. Da Konzerne oft aber schon ein System eingeführt haben, bietet Nokia auch die Unterstützung einer ganzen Reihe von Konkurrenzsystemen an: Das E61 kann Verbindung zu Lösungen von RIM/BlackBerry, Visto, Good, Microsoft und Seven aufnehmen. Die Breite dieser Lösungvarianten dürfte heute im Markt wohl einmalig sein, und damit bringt sich Nokia in eine sehr interessante Wettbewerbsposition.
Zuguterletzt bietet das E61 auch noch einige Applikationen, mit denen direkt Files in den Office-Formaten Word, Excel und PowerPoint angesehen und auch (mit Limitationen) bearbeitet werden können. Und natürlich kann man sich auch einen kostenlosen PDF-Reader herunterladen, so dass die meisten üblichen Attachments gleich unterwegs verarbeitet werden können.
Im nächsten Teil unseres Tests werden wir uns genauer anschauen, wie sich all diese prächtige Software denn in den Praxis bewährt.
















Artikel per RSS
Michael
Hallo
was mich interessieren würde:
ob man die Schriftgröße einstellen kann, damit nicht ständig die Lesebrille gebraucht wird, wenn wer anruft oder man bloß einen simplen Anruf tätigen möchte?
Auf fast allen Abbildungen konnte ich bis jetzt nur stark blauen Hintergrund sehen. Gibts auch eine Darstellungs-Option (für die Telefonbucheinträge zB) mit schwarzer Schrift auf weissem Grund – bekanntlich das beste Kontrastverhältnis (gesehen bei zB bei Siemens, Samsung)?
Gruß
Michael
christopher
Hi,
man kann andere Themen laden. Ich hab die besten Erfahrungen mit S60 Grey gemacht.
Viele Grüße
Christopher
Bernhard
die Frage von Michael vom 29.9.06 schwarze Schrift auf weissem Hintergrund interessiert mich auch – wie kann ich das einstellen?
Danke für die Hilfe,
Bernhard