Neues Sicherheitskonzept:
DNA für Handy, Laptop und Co.

Gastautor, 4. Juni 2006 22:18 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Von Gian Massüger

Erschöpft von einem langen Arbeitstag kommt man zuhause an – wohlverdienter Feierabend. Doch dann der Schock: Die Tasche mit Handy und Laptop hängt nicht wie gewohnt an der Schulter. Schon nur beim Gedanken daran, dass alles weg sein könnte und wohl nie wieder zurückkommt, läuft es einem eiskalt den Rücken runter.

Dieses Horrorszenario versucht das Australische Unternehmen DataDot Technology mit einer neuen Entwicklung aus der Welt zu schaffen: DNA zum aufkleben.

Die so genannten DataDots sind nicht grösser als ein Sandkorn und verfügen über einen einmaligen Code, der mittels Laser eingebrannt wird. Die enthaltenen Informationen sind in einer Datenbank registriert und ermöglichen so die Identifizierung eines Objektes bzw. dessen Besitzer. Erkennen lassen sich die Winzlinge mit Hilfe von ultraviolettem Licht. Laut Hersteller wird kein Mikroskop benötigt, um die Informationen darauf zu lesen – eine einfache Lupe tut?s auch. Die Mini-Datenträger soll man problemlos mit einem Spray oder einem Klebestoff befestigen können.

Sind nun Handy, Laptop, Auto oder gar Segelboot mit den DataDots bestückt, können diese im Falle eines Diebstahls helfen, den ursprünglichen Besitzer zu identifizieren – vorausgesetzt natürlich, die Polizei findet das gestohlene Gut und ist in der Lage, die DataDots zu erkennen.

Wie das Ganze funktioniert, wird in einem Video von den ?Profis? der Fernsehsendung CSI: New York ausführlich erklärt – hiess es nicht, man brauche kein Mikroskop? Ein Werbevideo der Firma gibt es bei You Tube.

Sind die DataDots nun ein Segen für Gadget-Fans? Den Vorteil des neuen Sicherheitskonzepts sehe ich vor allem bei der Grösse der DataDots. Einmal an einem Objekt angebracht, sind sie kaum zu erkennen und lassen sich nur mühevoll entfernen. So liesse sich Diebesgut auch noch nach mehreren Jahren identifizieren. Der Nachteil liegt im Moment ganz klar an der mangelnden Verbreitung: Wird mein Handy gestohlen, ist die Wahrscheinlichkeit gleich null, dass ein Polizist mit ultraviolettem Licht nach DataDots sucht – ausser CSI: New York ist am Werk.

Anders sieht es beim Strassenverkehr aus: Hersteller, Versicherungen und Behörden arbeiten an Standards zur Identifizierung von Fahrzeugen, damit Diebesgut mühelos mit dem rechtmässigen Besitzer in Verbindung gebracht werden kann. Die Wahrscheinlichkeit ist dementsprechend gross, dass wir in Zukunft mit DataDots auf, unter und im Auto durch die Gegend fahren.

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