Keine Ex-Orbit an der Orbit-iEX
Wer als privater Computer-Fan zur Orbit-iEX angereist war, also die Messe als Nachfolgerin der Consumer-orientierten Orbit besuchte, für den gab es herzlich wenig zu sehen.
Wir sind durch alle sechs Hallen gelaufen und haben wohl in Gedanken die “Ex-Orbit-Halle” gesucht, aber die gab es nicht. Die Hallenübersicht bestätigt diesen Eindruck: In Halle 1 gab es immerhin die “MacSwiss” zu sehen, das einzige grössere Oase für den Gadget-Lover, natürlich nur für die Apple-Gemeinde, die allerdings seit dem iPod ihr Volumen vervielfacht hat. Einmal mehr beeindruckend (allerdings auch in jedem Media Markt zu besichtigen), wie viel Raum die iPod-Support-Branche inzwischen einnimmt. Ganze Stände nehmen die Lautsprecher-Kompositionen ein, die nur darauf warten, dass man einen iPod nano einsteckt, der nur einen Bruchteil der Grösse ausmacht:


Weiterhin hatte Brack neben dem puren Blickfang Lamborghini vor dem Eingang auch ein paar Geräte aus dem eigenen Sortiment mitgebracht, unter anderem die Synology DiskStation DS-106e (der wir uns in Kürze hier im Detail widmen werden), diese wurde allerdings in den letzten Monaten schon diverse Male im Katalog gefeatured. Trotzdem sympathisch und überzeugend, als alle Demo-Arbeitsplätze besetzt waren, wie der Brack-Mitarbeiter spontan an einen Laptop wechselte und die Familienfotos von seiner heimischen DiskStation vorzeigte.
Noch ein paar Stände mit MP3-Playern und Speicherkarten, und das war’s auch schon fast in Halle 1. Immerhin, den Beamerlampenversender JustLamps werde ich mir merken, denn wenn mal eine so eine Lampe kaputtgeht, geschäftlich wie privat, ist das bekanntlich immer ein echter Notfall, und JustLamps sagt, sie seien zwar nicht günstig, aber gut sortiert und sehr schnell.
In Halle 2 (wobei die Hallen 1 und 2, 3 und 4 sowie 5 und 6 ineinander übergehen und dabei jeweils zusammen nicht halb so gross sind wie andernorts eine Halle), betitelt “Mobile Computing & Communications, Networks”, waren die Provider, allen voran die Cybernet-Geisterbahn, die es sogar in die Nachrichtensendung 10 vor 10 schaffte (Website, Direkt zum Video), aber naturgemäss weitgehend inhaltsfrei war. Erst kamen die bösen Viren und Trojaner und machten huuuh, dann fuhr man durch eine Firewall in Form einer zerschnittenen Gummimatte auf die sichere Seite, und dann kamen zwei topseriöse 2-Sekunden-Clips von irgendwelchen Cybernet-Chefs. Ich habe nur gemerkt, wie mir irgendwas durchs Gesicht wischte und fand das wirklich eher unangenehm. Der Versuch, einen der kurz aufblitzenden Geister zu fotografieren, scheiterte kläglich: Der Kopf ist ab, dafür sieht man die Stromkabel:

Daneben gab es in Halle 2 fast nur ein Thema: Voice over IP. VoIP-Provider, VoIP-Telefone, VoIP für Business, VoIP für Private, VoIP mit PBX, VoIP statt PBX. Dabei alles stark auf Businesses ausgerichtet, die “Wie-telefoniere-ich-gratis”-Demos, die an der CeBIT Hersteller wie AVM (die mit den Fritz!Boxen) und Provider wie Freenet zeigten, fehlten hier. Studerus Telekom hatte auch noch einen grossen Stand, an dem wir aber nicht waren, allerdings nicht, weil wir die Navigation der Website immer noch so absurd finden.
Tja, und weiter oben wurde es nur noch Business-mässiger, die Hallen 3, 4 und 5 trugen entsprechen alle denselben Titel: Business Software. Natürlich, wer an Weblösungen auch privat interessiert ist, der konnte immer mal wieder etwas Interessantes sehen, aber nicht unbedingt, um es dann auch zu kaufen. Und auch die Halle 6 mit Security & Storage schien nicht mehr viel herauszureissen.
Fazit: Orbit plus iEX minus Basel plus Zürich macht: mindestens 95% iEX. Die Orbit ist nicht mehr auffindbar. Es mag sein, dass die Aussteller und Besucher mit Business-Fokus zufrieden sind, trotz der grossen Abwesenden wie Microsoft, HP oder Swisscom. Der private Besucher, der die neuesten technischen Spielzeuge sehen wollte und darüber hinaus ein paar Mousepads einsammeln, sollte nächstes Jahr lieber an die CeBIT gehen.
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(5. Juni 2006 15:59)
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