Superbilliger Linux-PC aus China

Andreas Göldi, 24. März 2006 22:51 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Das karitative Projekt “One Laptop per Child” von MIT-Professor Nicholas Negroponte ist unter anderem dadurch bekannt geworden, dass es einen Computer für Kinder in der dritten Welt zum Preis von gerade mal 100 US-Dollar bauen will. Das Projekt scheint gut voranzukommen, aber ob dieses Preisziel wirklich in naher Zukunft erreicht wird, scheint noch ungewiss.

Die chinesische Firma “YellowSheepRiver” (prima Namen haben die dort) greift dem ganzen jetzt etwas vor und stellt ihren “Municator” vor — einen Linux-basierten Billigst-PC für gerade mal US-$ 146.

Dieses Spar-Gerät verwendet einen chinesischen Godson-Prozessor mit 800 MHz, eine 40-GB-Harddisk, 256 MB RAM und eine Linux-Variante namens Thinix. Damit wird nicht gerade High-End-Bildbearbeitung und Serverbetrieb möglich sein, aber doch zumindest komfortables Websurfen, etwas E-Mail und passable Textverarbeitung. Der Municator lässt sich an einen normalen PC-Monitor oder Fernseher anschliessen und überzeugt zudem durch seine kompakte Form und ein Gewicht von nur 650 Gramm.

Das ganze hat auch einen primär karitativen Zweck: Der armen Landbevölkerung in China soll mit dieser Billig-Maschine der Anschluss ans Informationszeitalter ermöglicht werden. Und dass man das voll und ganz mit chinesischer Technologie tut, fördert wohl die politische Unterstützung.

Da die Maschine samt Software durch und durch auf China optimiert ist, wird sie hierzulande wohl wenig sinnvolle Anwendungen finden. Aber wer weiss? Die Firma YellowSheepRiver scheint durchaus auch globale Ambitionen zu hegen. Vielleicht kommen wir auch in der westlichen Welt bald mal in den Genuss von kompletten PCs zum Preis eines Mittelklasse-Handies.

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2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Pascal

    schrieb am 24. März 2006 um 23:44 Uhr (#)

    Ansich eine gute Sache.
    Wie man jedoch sehr oft liest, ist Internet nicht gleich Internet in China. Man bringt den Menschen in China das Informationszeitalter so nahe wie es die Regierung will.

    Trotzdem finde ich das Projekt lobenswert, sollte es auch in anderen Drittweltländern Schule machen.

    Und wie bereits gesagt, wäre der Absatzmarkt für solche Geräte wohl auch bei uns gegeben.

  2. Sam

    schrieb am 19. Mai 2006 um 17:56 Uhr (#)

    Ich frage mich, wie man bei einem billigst-PC darauf kommt, eine 40GB HD einzubauen. 10 GB würden absolut reichen - naja, vielleicht kriegt man sowas nicht mehr.


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