Wie OQO und Motion auf den UMPC reagieren

Andreas Göldi, 15. März 2006 10:46 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Eine Frage stellte sich in Fachkreisen nach der Ankündigung des Ultra-Mobile PCs (alias Origami) relativ bald: Wie werden diejenigen Hersteller reagieren, die schon seit einiger Zeit vergleichbare Mini-Tablet-PCs bauen? Im Vordergrund stehen vor allem die beiden spezialisierten amerikanischen Firmen OQO und Motion Computing, aber auch Sony, die mit der U-Serie schon erste Winzig-PCs im Programm hatte.

Sony hat sich bisher nicht zu Wort gemeldet, aber von den beiden anderen Herstellern hört man inzwischen eine Meinung zum UMPC. Kurz gesagt finden beide, dass diese abgespeckten Tablet-PCs ja recht nett für Kids sind, aber nicht den Anforderungen im Business-Markt entsprechen, den beide Firmen ansprechen wollen.

Gottabemobile.com hat kürzlich ein ausführliches Interview mit Motion-CEO Scott Eckert gemacht, und Eckert hat in den Kommentaren zu dem Beitrag jetzt auch den UMPC kommentiert:

“You can tell from the UMPC marketing campaign that those products are designed to be companion PCs, with a focus on media-playback applications. That’s great and will stimulate new interest in the category. Those who need an enterprise-class PC the size of a paperback book will find Motion’s LS800; consumers looking for a personal media-playback device will gravitate toward the new UMPCs.”

OQO hat seit gestern mit dem erfahrenen Jay Shiveley einen neuen CEO, was aber wohl nichts mit dem UMPC zu tun hat, sondern eher mit dem Wunsch nach schnellerem Wachstum. OQO will sich in Zukunft wesentlich stärker auf “vertikale Märkte” im Business-Umfeld konzentrieren, sagte Shiveley dem PC Magazine.. Seiner Meinung nach zielt Microsoft mit dem Konsumentenmarkt eher auf das falsche Segment:

“It may be self-preserving for Microsoft to be going after the consumer market with a simplistic device” that looks like a PDA, he said. “Business applications need a laptop-style environment, with a keyboard, and that’s a fact.”

Es ist interessant zu sehen, dass der Consumer-Fokus der UMPCs möglicherweise den Tablet-PC-Markt zwingen wird, ein klareres Profil zu entwickeln. Nur die Positionierung “cooles Gadget” reicht eben nicht, um in diesem Preissegment bedeutende Verkäufe zu erzielen. Eine stärkere Orientierung an konkreten Business-Anwendungen — zum Beispiel im Gesundheitswesen, im Aussendienst oder in der Logistik — könnte Firmen wie OQO und Motion Computing zu einem grösseren Markterfolg verhelfen. Die Produkte hätten es jedenfalls verdient.

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