Keynotes à la CeBIT:
Etwas anders als in Amerika

Andreas Göldi, 8. März 2006 18:51 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

An der Consumer Electronics Show in Las Vegas, dem amerikanischen Pendant zur CeBIT, haben hochkarätige “Keynote Speeches” Tradition. In diesen ca. einstündigen Präsentationen zeigen Firmenchefs wie Bill Gates (Microsoft), Larry Page (Google) oder Paul Otellini (Intel), was man von ihren Unternehmen demnächst an neuen Innovationen erwarten kann. Oft werden für diese Anlässe auch Stars wie Tom Cruise oder Robin Williams engagiert, um der trockenen Technik etwas Hollywood-Glanz zu verleihen.

Auch an der CeBIT wird gern präsentiert und geredet. Aber der Unterschied zu Las Vegas könnte kaum grösser sein. Statt Bill Gates gibt es Angela Merkel, statt Tom Cruise haufenweise deutsche Universitätsprofessoren. Und im “CeBIT Forum HR” kann man sich eine Podiumsdiskussion mit Gewerkschafts- und Arbeitgebervertretern zum High-Tech-Thema “Tarifpolitik quo vadis?” anhören. Ob das wirklich die Innovationsfreude ankurbelt?

Aber eins haben die Deutschen den Amis klar voraus: inhaltlichen Tiefgang. In der Sonderschau “digital living” wird nicht einfach nur oberflächlich über Gadgets diskutiert. Nein, am Samstag spricht der berühmte Theologieprofessor Hans Küng zum Thema “Der Mensch lebt nicht von digitaler Technik allein“. Der knackige Untertitel “Interkulturelle Kompetenz und gemeinsame Werte: Grundlage für das Leben in unserer Weltgesellschaft” verspricht … nun ja, auf jeden Fall eine etwas andere Perspektive. Ein bisschen Betroffenheit muss schliesslich auch auf IT-Messen Platz haben.

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